Von „K.“ zu „K.-Weltreisemobile“ – eine gute Idee?

Nachdem der Rechtsstreit zu unseren Gunsten beendet und endlich alle unsere Unkosten beglichen waren, stand für uns fest: Nie wieder K.!! In Schleswig-Holstein ist es jedoch nicht einfach, für Wartungs-, Reparatur- und Einbauarbeiten eine Firma zu finden, die sich mit den doch häufig etwas anders gearteten Ansprüchen eines Fernreisemobils auskennt….äh, nicht, dass dies bei K. unbedingt der Fall gewesen wäre, aber wünschenswert ist es schon, wenn man eine Firma finden könnte, die kompetent und nicht Hunderte von Kilometern von unserem Wohnort entfernt ist!

Nun begab es sich aber, dass der alte Chef der Firma K. (also der Namensgeber!) gleich nebenan eine neue Firma unter gleichem Namen mit gleichem Firmenlogo (wie clever!) eröffnete, die sich allerdings durch den Zusatz “Weltreisemobile“ und eine andere Adresse vom unsäglichen Vorgänger unterscheidet. Natürlich sind wir skeptisch: 1. Immerhin handelt es sich um den Gründer der von uns erfolgreich beklagten Firma und bei Bimobil hat man uns gegenüber mehrfach erwähnt, dass Kundendienstprobleme, wie sie bei uns auftraten, auch schon zu den Zeiten Herrn K.s vorgekommen wären! 2. Herr K. produziert in seiner neuen Firma fast ausschließlich Mobile in der Gewichtsklasse weit über 7,5 Tonnen und hauptsächlich auf MAN – er selbst hat zwar Erfahrungen mit Bimobil, aber wie sieht es mit seinem Personal aus? Kennen die sich mit Fahrzeugen wie unserem „kleinen Kompakten“ aus?

Unsere Skepsis schrumpft, als gute Bekannte (ebenfalls Bimobilfahrer) gemeinsam mit Herrn K. auf einer Nordamerikatour sind und er im Rahmen dieser Tour erklärt, er wäre selbstverständlich gerne bereit, Servicearbeiten an Bimobilen zu übernehmen. Ihm täte es zudem leid, dass Kunden seiner alten Firma dort Probleme hätten und er würde gerne helfen. Das klingt doch gut, finden wir. Weshalb der neuen Firma nicht eine Chance geben, insbesondere, da uns der Werkstattauftrag, den wir Unkundige an K. vergeben wollen, eigentlich als nicht zu kompliziert erscheint: Es geht um den Paralleleinbau eines zweiten 45 A – Ladeboosters, einmal zur Steigerung der Ladeleistung unseres bisherigen, mickrigen 25 A – Boosters, zum anderen als „Redundanzsystem“: Sollte einer der Booster ausfallen, können die Bordbatterien wenigsten noch durch den anderen weiterhin geladen werden (danke nochmal an Dirk für die grundsätzliche Idee), denn bei neuer Euro 6 Technik wird bei defektem Booster während der Fahrt sonst gar nichts mehr geladen! Die Leistungssteigerung hingegen wünschen wir uns seit der Rückkehr von unserer Neunmonatstour inklusive Überwinterung in Südosteuropa: Wenn man (wie wir während dieser Fahrt) an den meisten Orten so drei bis vier Tage steht und anschließend gerade einmal ein bis zwei Stunden weiter fährt, so schafft es ein 25 A – Booster nicht, die Bordvorräte angemessen nachzuladen, so man wie wir einen leistungsfähigen Kompressorkühlschrank mit sich führt, denn genügend Sonne steht auch in Südeuropa im Winter dafür nicht zur Verfügung.

Also schreiben wir am 21. Juli 2019 eine Mail an Herrn K., in der wir offiziell nachfragen, ob er den Service für Bimobile wirklich übernehmen möchte, schildern den gewünschten Auftrag eingehend und fragen nach, ob eine Realisierung, so wie wir sie uns wünschen, möglich wäre. Zwei Tage später erhalten wir eine ausführliche, positive Antwort – verbunden mit der Bitte, den Werkstattmeister zu kontaktieren, der wäre am 12. August aus dem Urlaub zurück, um die Machbarkeit abschließend zu klären und einen Termin abzusprechen. Okay, wir wollen zwar von September bis Ende November auf Tour gehen und drei Wochen bis zu einer Möglichkeit, überhaupt einen Termin festmachen zu können, sind eine lange Zeit – aber es ist nun einmal Sommer und auch Werkstattmeister wollen gerne einmal innerhalb der Schulferien Urlaub machen, also was soll’s.

Am 12. August rufe ich den Werkstattmeister an und er hat gleich schlechte Nachrichten: Der früheste, freie Termin, den er uns anbieten könne, wäre der 4. November! Wow, die Firma scheint beliebt zu sein, wenn alle Termine für drei Monate bereits weg sind? Er bietet noch an, mit dem Chef persönlich zu sprechen, denn der „wäre ja bekanntermaßen extrem gutmütig und würde vielleicht noch einen Wochenendtermin ermöglichen“. Das wollen wir nun auch nicht, schließlich handelt es sich ja nicht um einen Notfall. Gut, um wenigstens nach der Fahrt, aber noch vor dem sonnenarmen Winter möglichst zügig in den Genuss des zusätzlichen Boosters zu kommen, mache ich einen festen Termin für Montag, den 16. Dezember aus: Bis 12 Uhr bringen, dann soll der Booster am nächsten Tag eingebaut werden und schließlich erbittet sich der Meister noch den Mittwoch als Reservetag, falls unvorhergesehene Schwierigkeiten auftreten sollten. Das klingt vernünftig, ehrlich und auch nach sorgfältiger Terminplanung! Also fahren wir entgegen unserer Planung auf unsere Dreimonatstour durch Westeuropa nur mit kleinem Booster, aber alles klappt, denn schließlich ist sogar bei unserer Rückkehr noch Spätherbst und kein Winter.

Wieder zu Hause, schauen wir etwas gründlicher auf unsere kommenden Termine und stellen erschrocken fest, dass wir am Wochenende vor der Abgabe unserer Exe unsere Albanienreisefreunde Kathi und Dirk in Leipzig besuchen und frühestens am Sonntagmittag wieder dort abfahren werden. Das wird knapp: Wollen wir gemütlich fahren, sind wir am Montagmorgen zurück in Ostholstein. Dann auspacken und mit zwei Autos in zwei Stunden bis 12 Uhr zurück nach Elmshorn? Also rufe ich an und bitte um Aufschub bis zum Nachmittag desselben Tages. Eine nette Dame bittet um meinen Namen, tippt etwas auf ihrem Rechner und teilt mir dann mit, dass sie leider unseren Namen nicht finden kann. Es gäbe aber im Moment immer wieder Probleme mit dem Computersystem, ob sie wieder zurückrufen könne? Nur eine Viertelstunde später klingelt das Telefon und die Dame fragt vorsichtig, ob wir vielleicht bei dem „anderen K.“ einen Termin abgemacht hätten, denn wir wären in ihrem System nicht vorhanden – weder mit Namen oder Adresse, noch mit einem Werkstatttermin. Bei mir setzt einen Moment lang das Kreislaufsystem aus, um danach umso heftiger wieder einzusetzen: Habe ich ein „Déja Vu“? Das kenne ich doch alles schon von früher! Ich erbitte dringend den Kontakt zum Werkstattleiter. Der meldet sich auch bald darauf und nun wird es für mich schwierig, ruhig, sachlich und objektiv zu bleiben, denn – und wahrscheinlich kann der Mann nichts dafür! -seine Stimme genau wie sein Kommunikationsstil sind nicht dazu geeignet, am Telefon deeskalierend zu wirken: Fast komplett betonungslos und ohne Hebungen oder Senkungen der Stimme wirkt er völlig emotions- und empathiefrei. Das nur als Zusatz und Erklärung, weshalb ich vielleicht, anders als es sonst meine Art ist, heftiger reagiere! Er erklärt völlig ruhig, der alte Werkstattleiter wäre nicht mehr da (zweiter, kurzer Kreislaufstillstand meinerseits) und hätte keine Aufzeichnungen zu Terminabmachungen hinterlassen. Er wüsste deshalb gar nichts und wir sollten einfach wieder von vorne anfangen! Den abgemachten Termin könnten wir sowieso vergessen, denn am Wochenende geht die Firma in die Weihnachtspause. Die Zeit (immerhin eine komplette Arbeitswoche!) wäre zu knapp, das würde er nicht mitmachen. Nun reagiere ich doch wie schon erwähnt etwas heftiger und bitte um ein Gespräch mit dem Chef. Ganz ruhig erwidert er, das wäre sicher möglich, aber nicht jetzt, denn der Chef wäre in einem Verkaufsgespräch über ein „richtig teures Auto“ und würde sich jetzt nicht unterbrechen lassen – nun gut, auch eine Form, jemandem mitzuteilen, für wie wichtig sein Anliegen gehalten wird! Ich lege wütend auf, der Tag ist für mich gelaufen!

„Schon“ eineinhalb Tage später ruft der Chef zurück und erklärt noch einmal ausführlich, was für ein unzuverlässiger Typ der alte Werkstattleiter gewesen wäre und…und…und… Da ich weder Unternehmensberater noch Therapeut bin, versuche ich das Gespräch abzukürzen und frage nach, ob der abgemachte Termin nicht doch zu halten sei. Das wird mit der gleichen Begründung (zu wenig Zeit, vor Weihnachten zu unsicher) verneint, uns wird immerhin jedoch ein Termin eine Woche früher angeboten. Nun hat leider auch ein Rentner ab und zu noch andere, nicht verschiebbare Termine und ich kann nicht zusagen. Interessant jedoch eine (vielleicht unabsichtliche?) Bemerkung des Herrn K. (wahrscheinlich, um mich zu besänftigen), die leider mein Gehirn erst erreicht, nachdem ich aufgelegt habe. Er sagt tatsächlich: „Wir bemühen uns ja auch deshalb, Ihnen zu helfen, schließlich sind wir ja auch nicht ganz unschuldig an dem Ganzen“. „Auch nicht ganz unschuldig“ ist eine schöne Tatsachenbeschreibung, oder?

Da ich ein dummes Schaf bin, rufe ich am nächsten Tag wieder beim Werkstattleiter an, bespreche erneut den Werkstattauftrag. Der erscheint dem neuen Leiter nun bedeutend schwieriger und komplizierter. Er wisse nicht, ob man zwei verschieden starke Booster überhaupt parallel verschalten dürfe, da müsse er erst einmal mit Votronic telefonieren. Das tut er dann auch und ruft wieder zurück. Das ginge, aber man hätte ihm mitgeteilt, dass es bei „kleinen Autos“ Probleme geben könne, wenn die Lichtmaschine zu schwach sei. Mindestens 100 A müsse die schon liefern. Okay, soweit die Kenntnisse zu Bimobil, denn dort baut man serienmäßig nur Sprinter mit verstärkter Lichtmaschine (120 A) auf. Nachdem er noch einmal nachgefragt hat, ob wir wirklich Bordtechnik von Votronic im Auto hätten („Normalerweise verbauen die was billigeres!“) und ich bestätige, ist er beruhigt, wir könnten den Einbau angehen, er hätte (das wird gleich noch wichtig!) sogar mehrere der erforderlichen Booster auf Lager. Also Termin abmachen für das Jahr 2020, genauer für den 13. Januar 2020 um 14 Uhr. Er kann allerdings keinen Abholtermin nennen.

Da wir ja inzwischen auf 320 Ah Lithiumpower aufgerüstet haben, ist auch die einwöchige Weihnachtstour bei norddeutschem „Schietwetter“ kein Problem und so starten wir am 13.Januar mit leichtem Magengrummeln nach Elmshorn. Die Dame am Empfang ist sehr freundlich, der Werkstattleiter….nun eben, wie bereits beschrieben – auch „live“ nicht „zu“ kommunikativ. Unsere Daten werden jetzt aber sehr gründlich (!) in den Rechner übernommen. Dann schaut er – wohl zufällig? – auf seine einlaufenden Emails und teilt uns „sicherheitshalber“ mit, die Firma Votronic hätte ihm gerade geschrieben, dass es aufgrund ihrer Weihnachtspause zu Verzögerungen bei der Auslieferung kommen würde. Deshalb könne er auch nicht sicher sagen, ob der Booster überhaupt schon da wäre, aber er würde einmal davon ausgehen. Auf meine Anmerkung, er hätte doch am Telefon gesagt, er hätte mehrere Geräte auf Lager, stimmt er zu. Die wären aber alle für die Fahrzeugneubauten bestimmt und ob er einen davon erstmal bei uns einbauen könne, müsse er erst prüfen. Aha! Haben wir keinen Termin? Arbeitsvorbereitung? Okay, wir sehen uns den Wagen gemeinsam an, irgendwie wird unsere Stimmung im Verlauf des Gesprächs nicht wirklich besser – aber unser Gefühl kann auch subjektiv und falsch sein. Dass er uns jedoch mehrfach erklärt, es müssten dicke Kabel verlegt werden (ach was?) und man müsse erst herausfinden, wie und wo die Kabel verlegt werden sollten (äh, vielleicht parallel zum bereits vorhandenen Kabel?) macht es nicht besser. Auch die Bemerkung, heute würde man sich sowieso nicht mehr um den Wagen kümmern können, der Tag wäre ja schon rum, sorgt nicht dafür, dass es uns unbedingt besser geht! Da aber heute Montag ist, gehen wir sicher davon aus, dass wir pünktlich am Wochenende zu unserer zweiwöchigen Wellnesskur an den Rhein fahren können. Auf Kathrins nochmalige Frage beim Abschied, wann man denn ungefähr mit der Fertigstellung rechnen könne, kommt die kurze und schroffe Antwort. “Habe ich doch schon gesagt, ich rufe an!“ Das war’s und wir fahren etwas verunsichert zurück – war das wirklich richtig? Und vor allem nötig, denn inzwischen habe ich mal bei unserer „Feld-, Wald- und Wiesenwerkstatt“ in Lensahn nachgefragt und dort hat man gesagt, in ein bis zwei Tagen würde man das ohne Probleme hinbekommen. Schließlich müsse jetzt ja auch jeder neue Ducato mit dieser Technik ausgerüstet werden und viele Besitzer älterer Fahrzeuge würden sich dank des zunehmenden Bekanntheitsgrades diese Technik auch in ihrem Fahrzeug nachrüsten lassen.

Es vergeht der Dienstag, der Mittwoch und als am Donnerstag bis 10 Uhr immer noch niemand angerufen hat, werfe ich mich ans Telefon – schließlich sollen wir auch noch packen und spätestens am Sonnabend müssen wir los. Nein, der Werkstattleiter wäre nicht zu sprechen, es würde alles etwas durcheinander gehen, denn man hätte im Moment einen hohen Krankenstand (wieder ein kurzer Kreislaufstillstand), er würde bei Gelegenheit zurückrufen. Das tut er dann auch und meldet sich mit der aufmunternden Mitteilung, der Elektriker wäre bei der Arbeit in unserem Auto gerade zusammengebrochen. Um meiner deutlichen Verwirrung entgegen zu wirken, erklärt er anschließend erhellend, dass der einzige (!) Elektriker sich schon seit einiger Zeit nicht wohlgefühlt hätte und nun per Rettungswagen ins Krankenhaus verbracht wurde – Verdacht auf Blinddarmdurchbruch. Der arme Kerl – das ist Schicksal, dafür kann natürlich niemand etwas! Da der Werkstattleiter wohl selbst noch etwas mitgenommen ist, kann er im Moment keinerlei Aussagen machen – verständlich. Klar ist, dass der Wagen nicht rechtzeitig fertig werden wird, also fahren wir wieder einmal zwei Stunden nach Elmshorn. Inzwischen hat man unsere Exe wieder fahrbereit zusammen gebaut und der Werkstattleiter erklärt uns im Auto, was getan wurde. Dabei verzichtet er natürlich nicht auf die wohl leider üblichen Seitenhiebe auf die Konkurrenz: Ob wir uns schon einmal den Bereich unter der Zentralelektrik angesehen hätten? Das ginge ja gar nicht, alle Kabel lägen dort wüst durcheinander und keines davon sei beschriftet! Nun, mag ja sein, aber ist das für den zusätzlichen Paralleleinbau eines Boosters so entscheidend? Schließlich ist ja nix kaputt! Nun aber geht es weiter und das finden wir nicht so lustig: In den 2 ½ Tagen sind zwei Kabel verlegt worden – von der Zentralelektrik nach hinten zu den Batterien im Heckstauraum, das ist es. Nein, die Kabel wurden nicht parallel zu den alten verlegt, sondern man hat den einfachen Weg gewählt. Dagegen ist von unserer Seite auch nichts einzuwenden, so lange die Kabel nicht stören, aber der Zeitaufwand ist so natürlich um einiges geringer. Nein, die Kabel wurden auch nicht irgendwo angeschlossen, auch keine sonstigen Anpassungen vorgenommen. Der neue Booster ist auch noch nicht eingebaut und die abgesprochene Gasprüfung „natürlich“ auch nicht erfolgt. Aber es würden seiner Einschätzung nach nur noch zwei bis drei Stunden Arbeit nötig sein. Auf unsere Frage, wie es denn nun weitergehen soll kommt eine Antwort, die uns wieder einmal ein wenig die Luft nimmt. Dass er uns zu diesem Zeitpunkt noch keinen genauen Ersatztermin nennen kann, ist klar und verständlich. Aber dann: Zwar könnten er und „seine Jungs“ auch jetzt die nötigen Arbeiten durchführen, aber der Elektriker hätte sich ja nun einmal eingearbeitet und das würde ja nun einmal schneller gehen. Schneller? Wenn niemand sagen kann, wann der arme Kerl überhaupt wieder gesund ist? Schließlich ist er mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren worden! Wir fragen nach, ob es wenigstens möglich wäre, bei der Rückfahrt von unserer Tour vorbeizukommen, so dass nicht noch einmal eine Extrafahrt nötig wird – schließlich wieder vier Stunden. Darauf wird uns erklärt, dass viele der anderen Kunden sogar extra aus der Schweiz anreisen würden. Was sollten die denn sagen? Wir möchten lieber nicht wissen, was die sagen würden, wenn sie ihr halbfertiges Auto wieder abholen und das ganze Prozedere nach ungewisser Zeit wiederholen müssten! Und zum Abschluss erfolgt wieder ein Bekenntnis gegen die Gleichbehandlung angenommener Aufträge mit dem Kommentar, dort drinnen würden sehr wichtige Arbeiten warten! Immerhin wird uns versprochen, dass wir Meldung erhalten, wenn Neues feststeht. Er ruft dann auch tatsächlich während der Kur am Montag, den 27. Januar an. Inhalt: Der Elektriker liegt noch weitere zwei Wochen im Krankenhaus, wann er dann wieder arbeiten kann, weiß niemand. Also kann er weiterhin keinen Termin nennen und wird sich wieder melden.

Bisherige Fakten ohne Kommentar: Seit dem 21. Juli sind wir am Ball, mehr als ein halbes Jahr später liegen zwei unangeschlossene Kabel im Auto. Acht Stunden Fahrt liegen hinter uns.

Frage: Was passiert denn nun in der Firma? Der Einbau von anspruchsvoller Elektrik ist bei den hochwertigen Neuwagen doch in rauen Mengen nötig. Bleibt nun alles liegen? Machen die jetzt zu? Oder sind nur die Reparaturaufträge betroffen? Wer macht dann aber die Arbeit an den Neufahrzeugen?

Mehr als einen Monat später, genauer am 4. März, erhalten wir eine E-Mail: „Nach Absprache (!) mit dem Elektriker wäre die Ausführung der Restarbeiten in der Zeit vom 30.03.2020 bis 04.04.2020 möglich. Leider sind wir dann schon in der Toskana (Anm.: Da war noch nicht von Corona die Rede!!) und müssen diesen Termin absagen. Dies tue ich am nächsten Tag telefonisch und frage nach, ob wir bei den scheinbar überfüllten Auftragsbüchern nicht parallel selbst nach einer Werkstatt suchen sollten, dann wäre uns beiden geholfen. Das täte ihm dann zwar leid (?), es bliebe uns aber unbenommen, das zu tun. Auf meine Nachfrage, wann wir denn eventuell mit einem neuen Termin rechnen könnten, kommt wieder einmal das knappe „Ich rufe an“!

Bimobilfreunde hatten uns nach unseren leidvollen Schilderungen einen Bootselektriker in Flensburg empfohlen, der bei einem älteren Bimobil sehr zufriedenstellend die gesamte Zentralelektrik erneuert hat. Den maile ich jetzt an. Nur wenige Stunden später meldet er sich – nach wenigen weiteren, klärenden Telefonaten scheint alles klar: Wir melden uns nach unserer Rückkehr aus Italien (wie erwähnt – das war noch vor „Corona“), dann hat er einen Termin für uns und bis dahin besorgt er die noch fehlenden Teile – also quasi alles außer dem bereits verlegten Kabel. Ich schreibe eine weitere Mail an Kerkamm, sage die weiteren Arbeiten ab und bitte um die Rechnung für die bisher erbrachten Leistungen. Zwei Tage später erhalte ich eine Antwort – man bedauert unsere Entscheidung und verzichtet auf eine Rechnung. Das wiederum finden wir anerkennenswert und bedanken uns schriftlich per Mail.

Da unsere Rückkehr aus der Toskana eigentlich auf „Osterdienstag“ terminiert war, maile ich den Bootselektriker (http://flocki.com/flocki.html) an und teile ihm mit, dass wir dank „Corona“ jederzeit zur Verfügung stehen. Kurz darauf erhalten wir die Nachricht, der Booster sei angekommen. Also fahren wir nach Flensburg. Flocki macht sich ans Werk und innerhalb von gut drei Stunden ist unser langfristiges Problem sehr professionell (Flocki ist schließlich Meister!) gelöst: Wir laden nun mit 69,6 A unsere LiFePO4 Batteriebank mit einem redundanten Sytem – endlich, nach fast genau neun Monaten ist es vollbracht! Wer einen fähigen Elektriker für sein Mobil benötigt: Wir empfehlen hiermit Flocki ohne Vorbehalte weiter!!