Griechenland Teil 5

Am nächsten Morgen trauen wir unseren Augen nicht: Drei italienische Wohnmobile haben sich in der letzten Nacht einen Stellplatz gesucht und auch gefunden: Sie stehen mitten auf dem Fußballplatz – unglaublich! Wir fahren weiter auf kurvenreicher, aber eindrucksvoller Straße gen Süden über Acropoli zu den Höhlen von Diros. Auch wieder so eine Nostalgie-Geschichte: Vor 30 Jahren wollten wir da schon rein – man kann das aber nur mit Booten und vor uns waren drei Ausflugsbusse mit entsprechend vielen Leuten dran. Wir hätten einen halben Tag warten müssen und das war uns damals zuviel. Jetzt haben wir eher die Befürchtung, dass die Höhlen im Winter mangels Touristen ganz dicht sind. Um kurz vor 12 Uhr erreichen wir das über der Bucht liegende Tor (das gab es damals noch gar nicht!) und sind komplett alleine. Im Kassenhäuschen sitzt auch niemand, so dass wir schon das Schlimmste ahnen. Kaum steigen wir jedoch aus, öffnet sich eine Tür und eine junge Frau kommt, sich wortreich entschuldigend (nehmen wir mal an), mit Kaffeetasse aus dem Bürogebäude. Natürlich ist offen und wie alt wir denn wären, fragt sie betont freundlich…ok, wir bekommen Seniorenrabatt, auch nicht schlecht, und dürfen mit Exe bis zum Höhleneingang nach unten in die Bucht fahren. Wir ziehen uns um und ein paar Minuten später sitzen wir bereits alleine in einem Boot und lassen uns auf dem unterirdischen Fluss durch die Höhle schippern. Mitten in der Höhle befindet sich eine Anlegestelle. Von hier aus werden wir alleine gelassen – auf dem weiteren Fußweg kann man sich bis zum Ausgang auch wirklich nicht verlaufen. Herrlich: Komplett alleine in einer Tropfsteinhöhle und alle Zeit der Welt zum Staunen und Fotografieren! Überall sind Schilder, auf denen steht, man möge bitte leise durch die Höhle gehen – wie schon so oft fragen wir uns, was hier bloß im Sommer los sein muss? Nach einer guten Stunde fahren wir weiter und nach einer weiteren halbe Stunde stehen wir in Gerolimenas auf dem großen Parkplatz am Strand und neben einer offenen Taverne, so sieht es jedenfalls aus. Sicherheitshalber gehe ich hin und frage nach. Die Wirtin kann nur Griechisch, aber die Frau eines Paares, das gerade zum Essen draußen sitzt, spricht sehr gut Deutsch und hilft beim Übersetzen: Ja, es ist abends offen, es gibt Bohnensuppe, Salat, Omelett (da hüpft das Herz eines Fleischessers nicht gerade vor Begeisterung!) und überhaupt: Was die Chefin kocht, wird gegessen! Ok, dann ist das eben so – wir wollen endlich authentisches, griechisches Essen und das sieht hier doch sehr danach aus! Wir vertreiben uns die Zeit mit Internetaktivitäten und gegen 17 Uhr geht es rüber in die Taverne Katagonnos. Großmutter, also die Chefin, ist noch unterwegs. Die Mutter, die zum Glück Englisch spricht, ist mit ihrer vierjährigen Tochter allein. Tisch aussuchen ist nicht: Da wir die einzigen Gäste sind, werden wir direkt am Kamin platziert (nachdem die Buntstifte, Mal- und Spielsachen von Töchterchen beiseite gefegt wurden) und ein Feuerchen entfacht. Dann dürfen wir bestellen und das Angebot sieht doch schon viel verlockender aus als angekündigt: Smoked Pork mit Orangen geschmort (eine Spezialität der Mani!), gefüllte Aubergine mit Ziegenkäse überbacken, Zaziki, auf dem Ofen getoastetes Weißbrot (Riesenscheiben!) mit Knoblauch, Kräutern und Olivenöl, dazu Hauswein und wie immer Wasser – der Wahnsinn: Das Fleisch saftig und so zart, dass es vom Knochen fällt, die Auberginenfüllung und der Ziegenkäse ein Gedicht, das Brot futtern wir – obwohl eine Riesenmenge! – komplett auf und der Hauswein, auf den die Familie genau wie auf ihr Olivenöl sehr stolz ist, ist extrem lecker! Dazu dann noch die Show des Matriachats: Die Kleine serviert mit ihren vier Jaren wie ein Profi und fängt sofort an zu weinen, wenn man ihr versucht, etwas abzunehmen. Mama ist die einzige, die Englisch kann und versucht mit dem Übersetzen hinterher zu kommen, denn Oma redet und redet und redet – wohl wissend, dass wir kein Wort verstehen. Dann wieder telefonieren alle Drei gleichzeitig mit Smartphone, einem alten Klapphandy und dem Festnetztelefon – zwischendurch wird durchgetauscht…wir haben viel Spaß! Zum Schluss gibt es zwei große Mokka und als wir vor dem Gehen der Kleinen noch 50 Cent Trinkgeld extra geben (das hat sie sich wirklich redlich verdient!), bekommen wir auch noch einen Liter Olivenöl geschenkt.

 

In der Nacht überquert uns abermals ein heftiges Gewitter, nun ist es aber wieder heiter. Wir fahren über Alika und Miones auf immer kleiner werdender Straße bis zum Wanderparkplatz, von wo aus der Weg zum Leuchtturm am Cap Tenaro beginnt, dem südlichsten Punkt Europas, wie die Griechen behaupten, was aber nicht stimmt, denn die „Punta deTarifa“ liegt noch ein paar Kilometer südlicher. Auf dem Parkplatz treffen wir kurz Schweizer mit einem Iglhaut-Sprinter und ähnlichem Aufbau (von Azalai). Wir machen uns auf den 40-minütigen Fußweg zum Cap. Es geht bergauf und über Stock und Stein und meine Höhenangst muss ich an einigen Stellen doch ein wenig unter Kontrolle halten. Ansonsten ein toller Weg, sehr eindrucksvolle Natur und die Stille am Leuchtturm – wir sind natürlich wieder ganz alleine! – ist schon besonders. Der Weg führt außerdem an einem römischen Bodenmosaik und einem kleinen Tempel, dem „Todesorakel des Poseidon“ vorbei, aber das Cap ist schon der Höhepunkt hier. Anschließend geht es an Vathia mit seinen Wehrtürmen vorbei (inzwischen auch nur ein reines Touristendorf!) zurück nach Alika. Hier biegen wir auf eine weitere traumhafte Bergstrecke nach Tsikalia ab. Wir beobachten Steinadler, die Mehlschwalben und die singende Feldlerchen, sie erinnern uns kurz vor Winterbeginn an den Frühling. In Lagia sehen wir das Auto von Christine und Marco, die sich hier für vier Tage zum Wandern eingemietet haben und landen schließlich am frühen Nachmittag auf dem kleinen Parkplatz des nicht mehr genutzten Sportplatzes von Kokala – ein echtes Highlight: Keine Menschenseele, total ruhig, direkt an der Steilküste!

 

Weiter geht es auf kleiner Straße über Drimos und Kotronas durch weiterhin tolle Mani-Landschaft, dann wird die Straße plötzlich groß und gut ausgebaut: Wir nähern uns Gythio. Rund fünf Kilometer davor liegt Camping Mani Beach, unser „Zuhause“ für die nächsten Tage. Entsorgen, dann wollen wie einen Stellplatz in erster Reihe und staunen, wie man mit zwei Mobilen (ein Bayer und die Schweizer mit ihrem Iglhaut-Sprinter) sechs Stellplätze so belegen kann, dass daneben kein weiteres Fahrzeug mit vertretbarer Privatsphäre mehr passt. Gut, wir quetschen uns in eine Ecke und haben so wenigstens den Vorteil, unsere Ruhe zu haben. Die Überwinterer stehen hier weiter hinten unter Mattendächern, von denen sieht und hört man sowieso kaum etwas.

 

Die nächsten Tage sind wieder die üblichen „Wartungsarbeiten“ angesagt. Außerdem machen wir bei beständig schönem Wetter Spaziergänge nach Mavrovouni, dem nächsten Ort in Richtung Gythio. Hier gibt es am Strand jede Menge Stellplätze, allerdings sind auch hier alle Restaurants geschlossen. Man muss also schon die sechs Kilometer nach Gythio radeln oder mit dem Taxi fahren, wenn man eine Auswahl an Lokalen haben möchte. Beides tun wir – einmal zum Stadt ansehen und einmal, um lecker essen zu gehen. Auch Gythio haben wir bereits vor 30 Jahren heimgesucht und wir erkennen es sogar wieder, als wir am Hafen stehen. Es ist immer noch ziemlich malerisch hier – mit der kleinen vorgelagerten Insel und ihrem Leuchtturm, die über einen schmalen Fahrdamm erreicht werden können. Dieses Mal schaffen wir es sogar, dem kleinen römischen Amphitheater einen Besuch abzustatten. Der Vorplatz am Rathaus ist weihnachtlich geschmückt – nun ja, was man hier eben so „weihnachtlich“ nennt: Ein künstlicher Weihnachtsbaum, ein paar aufblasbare Rutschen für die Kinder, drei offene Buden und ein sehr dünner, sehr junger Weihnachtsmann, den alle, auch die Kinder, glatt übersehen. Da bisher nirgendwo Kathrins Wunsch nach einem leckeren Kaninchen-Stifado erfüllt wurde, kaufen wir nun hier eines an der Fleischtheke des örtlichen Supermarktes. Dazu muss ich zuerst wie bei der Zulassungsstelle (!) eine Nummer ziehen. Während der Wartezeit bange ich um unseren Einkauf, denn es liegt nur ein einziges Kaninchen in der Theke. Als ich endlich dran bin, kann der örtliche Fleischereifachverkäufer gar nicht fassen, dass der Tourist tatsächlich ein Kaninchen will und als ich ihm gezwungenermaßen in Stichworten erkläre, dass wir ein Stifado mit Perlzwiebeln kochen wollen, strahlt er mich an und gibt mir zwei „Thumbs up“!

 

Damit ihr nicht denkt, es gibt auf einer Langzeittour gar nichts Negatives zu berichten, hier etwas, das die Reise wieder in einem realistischeren Licht erscheinen lässt: Bevor wir los sind, haben wir uns von unseren Ärzten gründlich durchchecken lasen – auch vom Zahnarzt! Wann bekomme ich trotzdem Zahnschmerzen? Am Freitag, den 21. Dezember…direkt am Wochenende vor Heiligabend, nach Weihnachten nur die Chance von Donnerstag und Freitag auf geöffnete Praxen, bevor nach einem weiteren Wochenende Sylvester und Neujahr dafür sorgen, dass eine normale ärztliche Versorgung erst am 2. Januar, also knapp zwei Wochen später, stattfinden kann! Wir beraten und beschließen, am zweiten Weihnachtsfeiertag nach Sparta zu fahren, groß genug, so dass ich dann hoffentlich am nächsten Morgen irgendeine Zahnarztpraxis finde, die geöffnet hat. Also begebe ich mich am 26.12. morgens zum Büro, um zu zahlen und erwähne auch den Grund für unseren plötzlichen Abschied. Oha, da habe ich aber wohl den griechischen Lokal-Stolz unterschätzt: Was ich denn in Sparta wolle, schließlich gäbe es hier jede Menge fähiger Zahnärzte – Google hat allerdings nicht einen davon erwähnt! Schon schnappen sich die beiden Anwesenden ihre Smartphones und legen los, ich kann mich eigentlich gar nicht wehren. Während mir der eine die Suchergebnisse zeigt (es gibt tatsächlich acht Zahnärzte in Gythio!), beginnt der andere bereits herumzutelefonieren. Nach wenigen Minuten hat er schon die Frau eines Zahnarztes am Apparat. Ihr Mann sei zwar noch unterwegs, würde aber zurückrufen, sobald er wieder zu Hause sei. Man bedeutet mir, ich solle ruhig zum Leiden und Wehklagen wieder ins Auto gehen, man würde mich verständigen, wenn der Anruf erfolgt. Nach ein paar Stunden passiert das auch, der Zahnarzt bestellt mich in seine Praxis – am zweiten Weihnachtsfeiertag abends um 19 Uhr! Sowas schon mal in Deutschland erlebt? Als ich in die Praxis komme, erlebe ich die nächste Überraschung, denn gleich zwei Zahnärzte kümmern sich um mich – der Seniorchef Patrianakos Nikolaos (was für ein Name!) hat seine junge Assistentin Kiriaki (das heißt „Sonntag“) gebeten, dabei zu sein, da sein Englisch nicht sehr gut sei! Am nächsten Morgen müssen wir zwar trotzdem nach Sparta, denn das Röntgenfoto ist nicht aussagekräftig genug und so muss ein Panoramafoto angefertigt werden. Aber auch hier erstaunliches: Morgens rufe ich an, um sicherzustellen, dass das Diagnosezentrum überhaupt geöffnet ist. Um 10.30 Uhr sind wir dort. Kaum bin ich drin, ruft man mich auf und schon stehe ich vor dem Apparat. Ein paar Minuten warten, 20 Euro zahlen und noch vor 11 Uhr sind wir bereits wieder auf dem Rückweg – könnt ihr euch das in Deutschland vorstellen? Danach ein Anruf beim Zahnarzt, dass ich das Foto habe und schon bekomme ich einen Besprechungstermin am gleichen Tag um 18 Uhr und anschließend einen Behandlungstermin am 2. Januar um 13.30 Uhr – noch Fragen?

 

Ok, Ende des Einschubs, zurück zum Weihnachtlichen. Nach einem ruhigen Heiligabend ohne Weihnachtsmusik – normalerweise läuft bei uns immer „Ragpicker’s Dream“ von Mark Knopfler, keine Ahnung weshalb, hat sich irgendwann mal eingebürgert. Warum dieses Mal nicht? Na ja, ich mache das Radio an und schiebe die CD zügig in den Schlitz, der leichte Widerstand macht mich zwar stutzig, aber wer wagt es schon, sich an Weihnachten mit mir anzulegen? Also rein damit und schon springt die Anzeige auf „Error“ und ich werde nachdenklich: War da vielleicht, etwa, möglicherweise noch eine CD drin? Kurze Kontrolle und Yep – Pink Floyd fehlt bzw. fehlt nicht! Zwei CDs hat der Spieler wohl nicht so gern, so einfach raus kriegt man die auch nicht, also…nix Musik, jedenfalls nix CD, denn Radio und USB funktionieren zum Glück noch! Damit ist klar, womit wir uns am nächsten Vormittag beschäftigen…und nach rund zwei Stunden haben wir nach Aus- und Wiedereinbau die CDs tatsächlich wieder draußen (und die funktionieren trotz einiger Kratzer sogar noch!). Nebenbei haben wir festgestellt, dass die DAB+ – Antenne nicht angeschlossen war – und wir haben uns die ganze Zeit gewundert, weshalb nirgendwo DAB+ – Sender zu empfangen waren! Nach einem kleinen Strandspaziergang zum Abreagieren wollen wir eigentlich noch ein wenig an die Rechner, kommen aber nicht wirklich weit, denn plötzlich klopft es an der Tür: Draußen seht Erion, der Platzwart, und lädt zur Christmasparty auf Kosten des Hauses. Scheinbar sind wir die Einzigen, die das nicht mitbekommen haben, denn als wir das heute offene Restaurant betreten, bollert der Kamin, die lange Tafel ist gut besetzt, der Wein fließt in Strömen und das Essen wird gerade serviert: Geschmortes Lamm mit Ofenkartoffeln, Zaziki, Feta, Salate…danach Weihnachtskekse (mit viel Puderzucker als Schneeersatz) und Marias berühmte Schokotorte (Maria und Paolo sind Camper aus Athen) und zum Abschluss natürlich Ouzo! Und feiern können die Griechen und die Deutschen, Holländer und Österreicher müssen mitmachen – die Stimmung steigt schneller als die Temperaturen, Tische zur Seite, es wird getanzt, natürlich auch Sirtaki…Anders als in Deutschland gibt es hier aber noch Regeln und Bräuche, die akzeptiert werden. Ab 16.30 Uhr wird die Musik leiser gedreht, man spricht leiser, für die Raucher gibt es noch Zigarre oder Zigarette, plötzlich stehen einige auf und räumen ab und eine ½ Stunde später ist die Feier sanft ausgeklungen. Niemand fällt aus dem Rahmen oder rastet aus, niemand ist betrunken, alles sehr angenehm!

 

Da der Behandlungstermin erst für den 2. Januar angesetzt ist und die verschriebenen Medikamente gut wirken, beschließen wir, für ein paar Tage den östlichen, also den „Zeigfinger“ des Peloponnes zu besuchen. Auf der Strecke nach Monemvassia (und noch ein Nostalgieziel!) halten wir in Skala bei Lidl und erleben wieder einmal, wie nett, aber auch häufig hilflos die Griechen auf Bettelei, vor allem der schlechten Art, reagieren. Uns ist schon seit längerem aufgefallen, dass an vielen Supermärkten „professionelle“ Bettlerfamilien unterwegs sind. Fast immer fahren sie alte Pickups. Papa sitzt im Auto, beobachtet und kontrolliert. Die Kinder betteln sehr gekonnt. Meist ist ein Arm in der Binde oder sie laufen barfuß. Kommt man mit dem Einkaufswagen ans Auto, so folgen sie und bitten zuerst um Bargeld (Stufe 1). Kommt das nicht, deuten sie gezielt auf bestimmte Lebensmittel, die man ihnen überlassen soll (Stufe 2). Hier muss man aufpassen, sonst erfolgt u.U. Selbstbedienung! Hilft auch das nicht, bieten sie an, den Wagen zurückzubringen und dafür dann natürlich den Euro Wagengeld zu kassieren (Stufe 3). Griechen lehnen Versuch 1 noch vehement ab, spätestens jedoch bei Stufe 3 werden sie weich. Mama geht unterdessen in den Laden und kauft ein wenig ein. Bezahlen tut sie mit einer Art Kreditkarte, die wohl zum Sozialsystem in Griechenland gehört. Nach dem sie bezahlt hat, fällt ihr noch etwas ein – Bargeld hat sie aber natürlich nicht dabei. Wenn die Kassierer sich nicht auf so einen Deal einlassen, dann gibt es auf alle Fälle einen Stau, denn die bezahlten Lebensmittel liegen noch hinter dem Band. Nun ist der Kassierer auf alle Fälle gezwungen, noch eine Einkaufstüte zu spendieren, die auch in Griechenland Geld kostet, damit die Lebensmittel abtransportiert werden können. Nach spätestens einer Stunde ist der Spuk vorbei und der Pickup fährt den nächsten Markt an.

 

Weiter geht es für uns auf sehr gut ausgebauter Strecke nach Monemvassia. Obgleich sich in dieser Zeit mehrere Parkplätze für eine Übernachtung anbieten, wählen wir den großen Parkplatz am ehemaligen Fähranleger neben dem Fischereihafen, den die Polizei auch während der Saison für Übernachtungen freigibt. Er befindet sich ein paar Meter weiter als die anderen vom Ortszentrum entfernt, ist dafür aber ruhig und bietet eine tolle Aussicht auf die Felseninsel mit dem alten Monemvassia und der Zitadelle. Wir laufen zuerst durch die Neustadt und begutachten schon einmal Speisekarten für heute abend, dann gehen wir über den Damm zur Felseninsel und laufen hoch zur Altstadt. Die sah vor 30 Jahren aber noch reichlich anders aus! Inzwischen fast vollständig durchrenoviert, ist sie nun Ziel der Reichen und Schönen Griechenlands – und zugegeben: Die zwei Hotels haben schon Atmosphäre, die Preise insgesamt aber auch – der Unterschied zwischen Alt- und Neustadt ist doch erheblich. Wir laufen (zum wievielten Mal auf dieser Tour eigentlich?) steil bergan, zuerst in die Oberstadt, dann zur Zitadelle, machen bei dem fantastischen Wetter jede Menge Fotos und belohnen uns auf dem Rückweg mit einem Frappé-Eiscreme auf der Terrasse eines der Incafés – ein Frappé kostet normalerweise 1,50 €, hier zahlen wir 5 €, allerdings mit einer kleinen Kugel Vanilleeis! Nach einer kurzen Erholungspause am Auto beschließen wir diesen Traumtag mit einem leckeren Essen in der Taverne nebenan: Gebackene Aubergine, Zaziki, Muscheln in Tomatensauce aus der Pfanne, gefülltes Bifteki aus dem Ofen und dazu wieder ein leckerer Hauswein.