Transit Türkei

Gegen 14.30 Uhr erreichen wir Kersan, die erste größere Stadt nach der Grenze. Hier halten wir bei einem großen Supermarkt (Kipa) und bummeln durch das Geschäft – hier gibt es nichts, was es nicht gibt! Die Geldautomaten (4 Stück nebeneinander!) findet man draußen links vom Haupteingang. Wir ziehen 1000 türkische Lira (1 € ≈ 7 TL) und tanken bei Shell für „teure“ 6,33 T den Liter, also rund 85 Cent! Als ich von der Kasse zurück komme, lacht sich meine Kathrin gerade scheckig: Sie hat gerade die Riesenpyramide aus Adblue-Kanistern entdeckt, die auf ein Sonderangebot hinweisen – und ich Idiot mache mir einen Kopf über die Adblue-Versorgung, weil ich keine neuen Infos im Internet gefunden habe! Weiter geht es in Richtung Dardanellen – wir haben keinen Bock auf die Großstadt Istanbul und wollen stattdessem die Fähre nach Canakkale nehmen. Auf der Suche nach einem Stellplatz fahren wir durch die Hafenstadt Gelibolu, von der ebenfalls eine kleinere Fähre hinüber führt – wuselig, eng und am Fähranleger eine endlose LKW-Schlange! Am Strand, von dem wir uns ein nettes Plätzchen erhofft hatten, findet sich jede Mange aktives wie passives Militärgelände. Wir trauen uns nicht so recht: Eingezäunt, verfallene Schilder, aber offen – was nun, Verbot oder nicht!? Wir haben keine Lust auf eventuellen Ärger und fahren weiter.

Nach rund 10 Kilometern sehen wir ein Hinweisschild auf ein Restaurant (Yanimada) mit einem Campingsymbol. Das probieren wir doch aus und stehen ein paar Minuten später auf einer netten Wiese mit direktem Blick auf eine der meist befahrenen Wasserstraßen der Welt. Hier ist tatsächlich mehr los als am Nord-Ostseekanal! Neben der Wiese befindet sich das Restaurant, das noch geöfnet hat, also Aussicht auf leckeres, türkisches Essen! Was will man mehr? Es ist bewölkt, die Saison vorbei, wir erwarten kein großes Angebot. Allerdings kommen relativ viele einheimische Gäste, das bedeutet ja normalerweise Positives. Wir machen uns fein, schließlich sind wir in der Türkei, und begeben uns ins Restaurant – Überraschung: Links vom Eingang befindet sich eine große Fleischtheke mit einem fantastischen und vielfältigen Angebot. Hier werden wir aufgefordert, uns unseren Fleischanteil auszusuchen, der direkt dahinter unverzüglich auf den großen Holzkohlegrill wandert. Dann werden wir weiter ans Salatbuffet geführt. Eine gläserne Kühlvitrine mit mehr als 10 unterschiedlichen Salaten und Cremes – von scharfen Paprikadips und Cacik über Auberginenpürees zu gemischten Salaten, alles da! So genießen wir Hähnchen- und Lammspieße, das beste Adana-Kebap, das wir je hatten, eine Art Cacik mit Dill und Minze, Auberginen- und scharfes Paprikapüree, Fladenbrot und gemischten Salat, dazu für jeden ein gutes Glas Rotwein – perfekt! Das ganze Menü kostet uns übrigens gerade einmal 17 €!

Heute lässt der Sturm zum ersten Mal deutlich nach, man muss das Lenkrad nicht ständig mit beiden Händen festhalten. Die 20 km nach Eceabate erledigen wir in einer knappen halben Stunde, dann heißt es rund 40 Minuten bis zur Abfahrt der Fähre um 11 Uhr zu warten. Auch hier ist die Saison zu Ende und mit uns warten nur ein paar Autos. Wir zahlen knapp 10 € und mit dem Wetter haben wir auch Glück, denn im Moment ist das Wasser relativ ruhig, aber gegen Mittag soll der Wind wieder ordentlich aufbrisen! So genießen wir die 20-minütige Überfahrt, schlängeln uns durch das quirlige Canakkale auf die 200, auf der wir bis 20 km vor Bursa bleiben. Die Hauptverkehrsstraßen hier sind fast alle neu, vierspurig ausgebaut und problemlos zu befahren. Allerdings sieht man bekanntlich von der Autobahn aus nicht viel von Land und Leuten. Deshalb werden wir mutig und biegen deshalb, um Bursa zu umgehen, auf eine gelbe Straße in Richtung Küste und Mudanya ab, denn hier soll es schön sein. Überraschung: Zuerst müssen wir durch eine gigantische Baustelle, es sieht aus, als ob hier eine neue Stadt aus dem Boden gestampft werden soll. Dann folgt die Großbaustelle der neuen Autobahn, anschließend wird die Straße richtig schlecht (Ne, Quatsch: War sie vorher schon!) und winzig. Landwirtschaftlicher Verkehr, jede Menge Trecker… Hinter Esence kommen wir endlich an die Küste und Tinily, ein Ort, der (noch?) auf keiner Karte vermerkt ist, taucht auf: Ein „El Dorado“, Appartementbau en Masse, Goldgräberstimmung! Von nun an ist es knackevoll und der kleine Ort Mudanya entpuppt sich als 90000 Einwohnerort und wir brauchen fast 30 Minuten, bis wir uns da durchgekämpft haben. Weiter geht es auf ähnlich zeitraubender, aber interessanter Strecke bis zur Riesenstadt Gemlik. Hier treffen wir auf die 575, der wir 10 Kilometer folgen und dann sehr trickreich auf die kleine, südlich um den Izmik-See führende Straße abbiegen. Hier finden wir nach weiteren 10 Kilometern unseren heutigen Übernachtungsplatz in einer großen, von Pinien beschatteten Picknickarea. Leider völlig vermüllt, hier muss im Sommer die Hölle los sein. Jetzt stehen wir hier fast alleine. Drei PKW sehen wir in größerer Entfernung, ein Anbieter von „WC und Dusch, Kamp“ schaufelt gerade geruchsintensiv seine Latrine leer, bedeckt sie mit Piniennadeln (als Deo?), zündet das Ganze dann gnädig an und beweist somit, dass auch menschlicher Dung gut brennt! Nachdem auch er sich verzogen hat, stehen wir hier komplett ruhig und alleine – natürlich mit Ausnahme der ständig anwesenden, verwilderten Hunde.

Nun geht es weiter am Südufer des Izniksees entlang bis zur Stadt Iznik. Dort geht es auf die 150 nach Mekece und hier gibt es an der BP-Tankstelle den Vollservice: Nachdem wir wieder für läppische 85 ct den Liter vollgetankt haben, frage ich nach Trinkwasser, denn unser albanisches Bergwasser neigt sich nun doch langsam dem Ende zu. Trinkwasser gibt es, aber nur aus dem Schlauch an der Tankstelle. Ich versuche, dem Tankwart klarzumachen, dass ich nach einem Wasserhahn suche, um mit dem eigenen Schlauch zu befüllen, damit ich sicherheitshalber unseren Wasserfilter verwenden kann. Einen Wasserhahn gibt es leider nicht, wie er mir klarmachen kann, aber meine Gesten in Bezug auf den Wasserfilter hat er wohl falsch verstanden. Er denkt, die Umgebung des Schlauches wäre uns zu dreckig und ehe ich etwas tun kann, werden zwei Mitarbeiter gerufen, die die Leute, die auf einer nahen Picknickbank ihr Lachmachun verzehren, vertreiben, die ganze Bank wegtragen und den gesamten, umliegenden Boden abspritzen. Der Schlauch wird mit einem sauberen (?) Lappen abgewischt und nach all der Hilfsbereitschaft mag ich nicht „Nein“ sagen, also ab mit dem Schlauch in den Einfüllstutzen und lass‘ laufen – zum Glück haben wir ja noch die Silberkugeln im Tank, die das Wasser innerhalb von vier Stunden entkeimen sollen. Ich gebe dem strahlenden Tankwart ein ordentliches Trinkgeld und frage nach einer Entsorgungsmöglichkeit fürs Klo. Schon werden drei Autos umgeparkt und wieder Schläuche zur Seite geschoben, damit wir dicht an der hinteren Tür zu den Klos parken können und ich einfach den Cassettentank leeren kann. Eigentlch hatte ich mich gefreut, dass es hier überall noch die „Hockis“, also die Hockklos gibt, denn dort kann man zum einen einfacher entsorgen, zum anderen befindet sich neben dem Klo immer ein Wasserhahn (der Moslem benutzt kein Klopapier, sondern ist hygienischer und wäscht sich nach dem Geschäft!), mit dem man die Cassette gut spülen kann. Natürlich treffen wir heute auf das modernste Tankstellenklo der Türkei: Sitzklo mit automatischer Spülung, infrarotgesteuerte Wasserhähne und Papierhandtücher…Dann eben heute nicht!

Weiter geht es auf der 4-spurigen Schnellstraße nach Adapazari und weiter auf gleich guter Straße nach Düzce. Dort kaufen wir im hochmodernen Hypermarkt Özdilek Lammspieße, Adanakebap und andere Leckereien ein – hier gibt es sogar Stevia-Süßstoff! -, aber Bier gibt es nicht mehr, da sind wir inzwischen schon zu weit im Landesinneren. Alkohol gibt es dafür aber an Lizenzkiosken und da steht einer gleich ein paar Meter weiter. Auf immer noch guter Straße geht es nach Akcakoca und dann auf die 010 nach Eregli. Nun wird die Straße merklich kleiner. Hier vielleicht einmal eine Anmerkung zur Straßeninfrastruktur der Türkei: Fast alle Straßen sind hervorragend ausgebaut. Alle sind fast neu, auf alle Fälle in besserem Zustand als die meisten Straßen in Deutschland. Kommt man allerdings an einen noch nicht sanierten Straßenabschnitt, wird es schnell richtig abenteuerlich! Wir fahren auf der 010 nach Zonguldak und ab hier beginnt so ein kleines Abenteuer! Kleine Straße, alter bis nicht mehr vorhandener Straßenbelag, viele LKW. Ab Zonguldak dann Whow!! Mitten in der Stadt beginnt eine Baustelle, die durch basarartige Gassen nicht bequemer zu befahren ist. Es folgt eine einspurige Baustelle über mehrere Kilometer, allerdings ohne Regelung. Die Kanalisation wird auf einer Straßenseite verlegt, deshalb sperrt man doch nichts ab. Schwere LKW auf der Gegenspur – äh, was für eine Gegenspur? Es wird kurvig, der Lieferverkehr für 4 Kohlekraftwerke, die wir jetzt passieren, verläuft über diesen Straßenrest. Jede Menge Löcher, wieder einmal fehlende Gullis, Asphaltarbeiten und wir müssen über den Bürgersteig…und weiter geht es auf dieser miesen Strecke (jede Piste wäre uns lieber gewesen) bis Catalag, dann wird die Straße endlich besser, ist in den Ortschaften aber immer noch gefährlich eng. Wir finden uns bereits jetzt zum x-ten Mal darin bestätigt, dass wir unser Reisemobil möglichst klein gehalten haben. Die 2,10 m Breite findet noch Platz, denn die Dolmus, also die hiesigen Sammeltaxis, sind fast alle Sprinter-Busse und wo die durchpassen, passen wir auch durch!

Kurz vor Batin, also dort, wo die Straße vom Meer wegführt, finden wir in einer Bucht einen Stellplatz, weil dort bereits ein anders Allrad-Reisemobil steht. Die Wiese hier nennt sich „Family Camp“ und ist durch die Eisenbahnlinie vom Meer getrennt. Unter dem Damm führt ein Tunnel zum Strand, dort hat Ibrahim, der Besitzer (25 Jahre Deutschland), WC, Dusche und weitere undefinierbare Gebäude (?) geschaffen. Wir klönen zuerst mit Johann, dem 28-jährigen Besitzer des Allrad-Ivecos mit Doppelkabine und selbstgezimmerter GfK-Kabine (gut gemacht, vierfach gelagert, Neopren-Wulst-Durchgang), spielen mit seinem Hund Lenny (Border-Collie) und gehen anschließend zu Ibrahim, um uns dort dessen wilde Theorien zu Erdogan und der bevorstehenden Weltmacht Türkei anzuhören und dabei taktvoll zu schweigen – schließlich sind wir zu Gast! Auf der Wiese findet momentan noch ein Riesenkindergeburtstag statt, also ziehen wir uns ins Auto zurück und essen. Dann klönen wir mit Johann (Industriemechaniker, seit letztem November unterwegs und gerade aus Georgien und Armenien zurück) bis nach Mitternacht über Autos, die Türkei, Gott und die Welt und überhaupt…. Lenny muss sich derweil draußen mit einem ganzen Rudel junger Welpen und drei weiteren erwachsenen Hunden auseinandersetzen. Meistens hat er viel Spaß, aber ab und zu sind ihm die Kleinen doch ein wenig zu viel – wer könnte das besser verstehen als zwei altgediente Pädagogen!?

Nach einer – trotz der vielen Hunde und der Eisenbahn! – relativ ruhigen Nacht setzt Schauerwetter ein und es ist mit rund 18°C um einiges kühler geworden. Beim Frühstück kommt Johann rüber und beglückt uns mit einer Sim-Karte für Georgien, auf der sogar noch einiges an Restguthaben drauf ist. Kurz darauf wird Johann von Ibrahim zum Suppenfrühstück abgeholt – wir sind zwar auch eingeladen, aber Kuddelsuppe steht bei uns nun wirklich ganz, ganz hinten auf der Liste und außerdem wollen wir weiter – Georgien ruft immer lauter! Für heute sind nun 250 km „kurbeln“ angesagt. Es geht auf schöner Küstenstraße, leider bei tiefhängenden Wolken, also Nebel oben und Regen unten, weiter auf der 010 immer nach Osten über Cide (hier gab es eine Warnung auf I-Overlander, die sehr enge Straße sei bei Regen schmierig und rutschig, außerdem würden die Leitplanken fehlen – äh, unverständige Frage zweier Exe-Fahrer: Wo nicht? Kurz vor Inebolu werden wir tatsächlich von einer der vielen Polizeikontrollen rausgewunken – die haben überhaupt nicht mitbekommen, dass sie da Touristen vor sich haben. Bisher war das immer so; Beamter sieht uns kommen, greift seine Kalaschnikov, eilt zügig auf die Straße, erkennt das fremde Nummernschild, dreht sich schnell um und macht irgendeine Übersprungshandlung, wie eine plötzliche Gewehrkontrolle oder so etwas in der Art. Dieses Mal ist es zu spät. Der Beamte kommt an die Fahrertür, ich öffne die Seitenscheibe und er erschrickt. Nun ruft er seinen Boss und beide reden miteinander. Nun ist es in Asien, egal wo, so, dass man auf gar keinen Fall sein Gesicht verlieren darf. Fremdsprachen kann man aber auch nicht. Was tun? Boss strahlt plötzlich und sagt forsch „Passport!“ Ok, Kathrin geht an den Safe, holt die Pässe und die Zwei blättern und blättern und blättern…und geben die Pässe ungelesen wieder zurück. Hand an die Mütze zum Gruß und schnell das nächste Auto angehalten. Rund ½ Stunde hinter Inebolu finden wir unseren Stellplatz für die Nacht: Ungefähr 15m unterhalb der Straße, zwischen Schutzwand und Küste, verläuft eine breite Serviceroad mit jeder Menge Stellplätzen – von der Straße aus so gut wie nicht einsehbar. Einlaufbier, duschen, Meer gucken.

In der Nacht gab es Gewitter und nun wird das Wetter immer besser. Bis Sinop, also noch gut 140 km, haben wir echte Küstenstraße, dann wird die 010 zur 4-spurigen Autobahn. Nun gibt es nicht mehr viel zu sehen und mit Ausnahme einiger „Pinkelstopps“ fahren wir durch. Vor Sinop passieren wir eine 15 km lange Baustelle mit frisch geteerten Abschnitten. Wir fahren extrem vorsichtig, aber als wir später zu einem der besagten Stopps halten, stockt uns der Atem: Die unteren Drittel beider Vordertüren, die Trittstufe, der untere Teil des Übergangs zur Kabine und die Radläufe sind rund 0,5 cm mit Teer bedeckt, der restliche Wagen einschließlich des Hecks mit Teer geichmäßig besprenkelt. Was tun? Einfache Antwort: Nichts! Was soll man da schon machen? Das Auto unterwegs lackieren lassen!? Außerdem haben wir noch ein paar Tausend Kilometer außereuropäischer Straßen vor uns. Vielleicht passiert das nochmal? Also machen wir Griffe und Trittstufe sauber, damit wir uns selbst und das Wageninnere nicht auch noch einsauen, der Rest muss bis zur Heimat warten! Geringe Hoffnung: Der Lack ist langzeitversiegelt, vielleicht hilft das ja später. Gegen 14 Uhr erreichen wir Samsun, dann geht es über Ülny nach Fatsa. Die gesamte Strecke fahren wir quasi durch Vororte von Samsun, also total verbaut und deshalb auch keine Stellplatzmöglichkeiten. So biegen wir hinter Fatsa auf eine Halbinsel in Richtung Persembe ab. Volltreffer! Nette Dörfchen, Urlaubsgegend, allerdings viel Steilküste, also weiter suchen. Dann sehen wir links einen Abzweiger zu einem Restaurant direkt am Wasser mit einigermaßen gerader Wiese davor. Ich schnappe mir den Reiseführer, in dem glücklicherweise der Satz „Können wir heute Nacht hier stehen?“ auf Türkisch steht und zeige diesen dem keiner Fremdsprache mächtigen Sohn der Familie. Kurze Beratung mit Mama und lächelndes Kopfnicken. Also Keile raus, die schon beschriebenen Teerreinigungsarbeiten durchführen und als wir sehen, dass einheimische Gäste anrücken, treibt auch uns der Hunger ins Lokal und wir staunen: Die Tische stehen auf mehreren Terrassenstufen hinunter zum Meer und unten sogar auf einer kleinen Mole bis ins Wasser. Wir sind begeistert! Essen bei Sonnenuntergang über dem Meer – es könnte uns wirklich schlechter gehen! Nach einer halben Stunde geht Kathrin nachsehen, weshalb niemand zum Bedienen erscheint und erfährt weshalb: Die Familie isst noch und ich hatte vorhin angedeutet, dass wir gegen 18 Uhr essen wollen…selbst Schuld! Wie nun bestellen, wenn keiner die Sprache des anderen spricht? Wir leben im Zeitalter der Handys! Ganz cool greift der Chef zum Telefon, ruft jemanden an, der Englisch kann und gibt Katrin den Hörer. Dort bestellt sie und gibt das Handy an den Chef zurück – das war’s! Köfte und Rind vom Holzkohlegrill, dazu gegrilltes Gemüse und getoastetes Weißbrot, Joghurt, Salat…ungewohnt: Cola dazu, kein Wein, wir sind in der Türkei!

Wir vollenden die Umfahrung der Halbinsel (viele nette Stellplatzmöglichkeiten!) und dann geht es wieder auf der autobahnähnlichen 010 über Ordu und Akcoabat – hier tanken wir nochmal für 85 ct/l voll, da wir keine aktuellen Infos zu den Spritpreisen haben (Sim-Karte leer!), dann sind wir auch schon in Trabzon und es geht über Rize zur Grenze. Wir überholen zuerst einen 3 km LKW Stau rund 15 km vor der Grenze. Das sind die Wagen, die noch nicht auf den offiziellen TIR-Parkplatz passen. Der ist knackevoll und von hier aus werden die Wagen erst weitergeschickt, wenn an der Grenze Platz ist. Tja, so sollte es wohl sein, aber 6 km vor der Grenze stehen die armen Kerle schon wieder, auch in den Tunneln, bei jeder Menge Dieseldreck, die ganze Warterei dauert durchschnittlich mindestens eine Woche!!

Die türkische Kontrolle 1 geht relativ schnell. Kurzer Blick ins Auto, Pässe und Fahrzeugschein ansehen, durch. Kontrolle 2 ist schon schwieriger. Da zwei LKW die PKW-Spur und auch das dazugehörige Schild blockieren, ordnen wir uns wie viele andere auch, zuerst falsch ein. Zwei georgische Profi-Fahrzeugüberführer machen uns auf den Fehler aufmerksam, also müssen wir zwischen die beiden LKW. Die beiden Profis nutzen das gleich aus und schummeln sich an uns vorbei, sozusagen als Gegenleistung. Dafür blockieren sie mit ihrem Zollkram für 30 Minuten alle umgebenden Beamten. Wir selbst sind dann schnell durch, Kontrolle 3 winkt uns weiter und nun sind wir an der georgischen Seite. Was für ein Unterschied: Keine strengen und ernsten Minen, sondern Lachen, Witze machen, Lockerheit! Obwohl wir sofort dran sind, dauern die Formalitäten auch hier 30 Minuten. Grund: Was ist das denn? Der Beamte weiß nicht, was er in sein Computerformular eingeben soll. Also dreht er locker den Monitor zu Kathrin, leider sind die georgischen Schriftzeichen für uns unlesbar und so können wir ihm auch nicht helfen.Zusätzlich versucht er, uns irgendwie klar zu machen, was wir schon lange dank „Explorer“ wissen: Für Georgien besteht Versicherungspflicht. Als wir kapiert haben, dass er sich bemüht, zu verstehen, in welche Fahrzeugkategorie wir gehören, zeigen wir ihm unsere Online erworbene Police und er ist überglücklich! Noch ein interessierter Blick ins Wageninnere und wir sind in Georgien.