Bei sintflutartigem Dauerregen bringen uns unsere Freunde nach Hamburg zum Flughafen. Die Anreise nach Südafrika besteht aus verschiedenen, kleinen Erschwernissen: Unser Flieger geht vom Terminal 2 ab, laut Internet stehen aber die meisten Automaten zur Gepäckabgabe im Terminal 1 und hier soll auch der Sicherheitscheck für Leute mit Terminslot stattfinden. Also lassen wir uns am Terminal 1 absetzen. Beim Einchecken des Gepäcks geht es los. Wir haben einen wasserdichten Seesack dabei – der gilt als Sondergepäck und muss an einem speziellen Schalter im Terminal 2 aufgegeben werden. Also rüber, anstellen, den Seesack aufgeben, wieder zurück, durch den Sicherheitscheck und wieder zurück zum Gate des Fliegers. Nun ja, jeder Gang macht schlank oder wie war das? Weiter mit den Problemchen: Wir haben nur eine knappe Stunde Umsteigezeit in Zürich, das sollte aber doch bei den perfekt organisierten Schweizern kein Problem sein!? Nun…wir fliegen schon einmal zehn Minuten zu spät ab. Der Kapitän beruhigt uns, wir hätten Rückenwind und würden trotzdem pünktlich ankommen. Über Zürich ja, in Zürich nicht, denn wir dürfen wegen viel Betrieb einige Runden drehen. Dann lotst man uns aufs Vorfeld und es dauert noch einmal zehn Minuten, bis der Bus da ist, der uns ins Terminal bringt. Natürlich in das für die Inlandsflüge. Nun dürfen wir noch rüber ins International Terminal, denn wir müssen ja auch noch durch die Passkontrolle! Uns bleiben für das alles nur noch zwanzig Minuten, also Dauerlauf. Als wir vier Minuten vor Gateschluss tatsächlich eintreffen, trauen wir unseren Augen nicht, denn das Boarding verschiebt sich um eine Stunde, da das Reinigungspersonal den Flieger vergessen hat. Wir sitzen schließlich ermattet auf unseren Plätzen, warten darauf, dass es endlich los geht und schon kommt die Durchsage des Kapitäns, es gäbe ein technisches Problem und da es bereits kurz vor Mitternacht sei, wäre es fraglich, ob wir es noch vor dem Nachtflugverbot schaffen würden, in die Luft zu kommen. Nach weiteren 1 ½ Stunden scheint (!) das Problem gelöst und mit einer Sondergenehmigung heben wir schließlich doch noch ab. Als ehemalige Vielflieger wissen wir jetzt wieder, weshalb wir immer noch gerne, wenn möglich, aufs Fliegen verzichten!
Außer einem älteren Südafrikaner, der alle umsitzenden Passagiere mit seinem gewaltigen Reizhusten ordentlich nervt, ist der Flug ereignislos und dank weiterhin kräftigem Rückenwind holt der Pilot sogar etwas Zeit wieder rein und wir sind um 10 Uhr in Johannesburg. Der Transfer zum Vermieter erfolgt reibungslos und da alle ATM im Flughafen ausgefallen sind, fährt man uns sogar zu einer Mall mit Geldautomaten. Bei Britz werden wir bereits erwartet, viel Papierkram ist nötig, dafür bekommen wir aber auch ein nagelneues Fahrzeug! Die Einweisung dauert, die Britzschilder müssen noch aufgeklebt werden, ein neuer Kompressor wird eingeladen. Auf Kathrins Frage, ob der nagelneue Toyota Hilux nicht Adblue brauchen würde, bekommt der Mitarbeiter einen Lachanfall und beteuert, so einen Blödsinn würde man hier nicht mitmachen. Hier braucht kein Diesel so etwas!
So sind wir tatsächlich gegen 14 Uhr auf der Straße. Die Garminkarte funktioniert einwandfrei, Kathrins zuhause runtergeladenen Offlinekarten für Google-Maps genauso und auch unsere neu beschafften E-Simkarten funktionieren einwandfrei. Es geht auf schnellstem Weg raus aus der Stadt und auf die Mautautobahn R 1, zahlbar mit Karte oder bar. Bis Pretoria geht es vierspurig, es gibt eine Menge Verkehr, viele alte LKW, alles etwas chaotisch….alte Erinnerungen an die Philippinen werden wieder wach. Weiter draußen stehen alle zwei bis drei Kilometer Polizisten mit Radarpistolen und haben gut zu tun – ob die hier ihr Gehalt ein wenig aufbessern? Die letzten zwanzig Kilometer geht es auf der Landstraße nach Bela-Bela. Kathrin lotst mich problemlos zu einem Spar-Supermarkt und dort tauchen wir zum ersten Mal ein ins pralle afrikanische Leben: An den Kassen wird viel gelacht und geredet, jeder scheint viel Zeit zu haben, für 5 Rand (25 Cent) wird uns der Einkaufswagen direkt ans Auto gefahren. Wir ignorieren ein paar Bettler und um 17.30 Uhr stehen wir vor der geschlossenen Gate des Omoya-Resorts. Nach dem ersten Schreck finden wir jedoch schnell die nötige Telefonnummer, dann kommt der Sohn des Hauses und öffnet, denn es ist gerade wieder einmal kein Strom da. Wieder eine Erinnerung an die Philippinen: Da die Kraftwerke nicht genug Strom produzieren, muss planmäßig reihum für ein paar Stunden der Strom abgestellt werden. Sehr praktisch für uns, denn genau morgens und abends zu den Duschzeiten bleibt das Wasser kalt! Hier bleiben wir einen Tag und richten unseren Wagen ein.

Die erste Nacht ist richtig kalt (4° ohne Heizung in einem unbeheizten und nicht isolierten Aufbau ist schon eine kleine Herausforderung!). Der Stauraum ist knapp und es braucht wirklich eine Menge Gehirnschmalz, bis alles aus den Koffern einen Platz findet. Wir werden von einer kleinen Herde Springböcke besucht, ansonsten ist der einzige Aufreger des Tages der zweite Lebensmitteleinkauf in einer anderen Mall. Ich übersehe einen Speedbumper, bei dem die Farbe ab ist und wir machen einen extrem großen Hüpfer. Auf dem Parkplatz sehen wir dann, dass auf der gesamten Heckbreite Milch ausläuft, weil die H-Milchpackung geplatzt ist und sich der Inhalt auf dem gesamten Fahrzeugboden ausgebreitet hat. Schön: Noch nicht einmal ein Tag unterwegs und schon putzen! Auf dem Rückweg tanken wir noch für 90 ct/l voll und sind nun fit für die Weiterreise.
Um 11.15 Uhr geht es raus aus dem Camp und über die R 101 rüber auf die R 33. Hier sitzt unsere erste Affenbande (Baboons) neben der Straße. Über Vaalwater erreichen wir den heutigen Übernachtungsplatz im Matamba Bushcamp. Wir bauen Tisch und Stühle in Nähe unseres Lagerfeuerplatzes auf (riesige Stellplätze!), ich setze mich und schreibe Tagebuch.

Plötzlich raschelt es neben mir im Laub eines Baumes. Ich erwarte einen Vogel, sehe nach oben und schaue in ein Gesicht mit großen braunen Augen. Auf das Gesicht folgt nach unten ein seeehr langer Hals…da steht tatsächlich eine Giraffe direkt am Stellplatz und knabbert die Blätter vom Baum! Wow, wir sind tatsächlich in Afrika! Abends kommen die Besitzer Carol und Richard vorbei und erzählen, dass eine der Giraffen ein „Stalker“ ist und gerne von oben in die offenen Waschräume schielt.

Heute soll es über die Grenze nach Botsuana gehen. Richard empfiehlt den ländlichen Übergang von Stockport nach Parr’s Halt, denn an der Hauptgrenzstation wäre zu viel los. So fahren wir denn die ersten 50 Kilometer mit eingeschaltetem Allrad auf Weichsandpiste. Die Grenzstation selbst ist wirklich allerliebst. Wir sind fast allein, es wird viel gelacht und nach 12 Minuten sind wir durch. Die 40 km Piste auf botsuanischer Seite (abwechselnd Wellblech und Weichsand) dauern dann natürlich wieder etwas, aber schließlich erreichen wir die nagelneue B 147 und stehen bald darauf an der Mall in Palapye. Hier ziehen wir 2000 Pula (1:15), kaufen noch ein wenig ein und fahren dann weiter zum Itumela Camp. Der Weg durch den Ort, der Straßenzustand, die Hütten, die Atmosphäre, nicht gerade wohlhabend aber alle grüßen, es wird viel gelacht, Freundlichkeit überall. Das Camp selbst ist mit einfachen Mitteln, aber viel Kreativität gestaltet – so werden wir es hier noch öfter erleben. Nach einem Essen unter afrikanischem Sternenhimmel für insgesamt unter 20 € inkl. Trinkgeld (!) schlafen wir wie die Babys. Ohne es zu wissen, haben wir gerade hier das bisher einzige negative Erlebnis der Tour: Den Nachtwächter, der auffällig unauffällig um seinen „Tip“, also ein Trinkgeld gebeten hatte, musste ich vertrösten, denn vor dem Barbesuch hatten wir noch kein Kleingeld. Danach haben wir ihn nicht mehr gesehen. Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass zwar die Fahrertür, nicht aber die Beifahrertür verschlossen war. Da der Wagen nagelneu ist, denken wir an eine Fehlfunktion, probieren ein paar Mal, es funktioniert aber alles. Erst unterwegs merkt Kathrin, dass mein Rucksack, den wir hinter der Beifahrerlehne zum Glück ausgeleert verstaut haben, weg ist. Ganz leer war er allerdings doch nicht, denn aus Platzspargründen hatte ich mitgelieferte Ausstattung wie Axt und Abschleppseil dort hinein verfrachtet. Der wird sich gewundert haben!? Ärgerlich allerdings, dass er auch unsere zwar alten, aber doch gern benutzten Ferngläser aus dem Handschuhfach entwendet hat. Seither ziehen wir jedes Mal nach der Benutzung der Fernbedienung noch einmal an den Türgriffen – Lehrgeld!
Heute geht es auf der A 14 und relativ langweiliger Strecke an dem Khama Rhino Sanctuary vorbei (geschlossen) nach Letlhakane, immer in Sichtweite der Kalahari. Auf dem Weg dorthin passieren wir unsere erste Vet-Kontrolle. An diesen Stationen muss man normalerweise mit dem Fahrzeug durch eine Wanne mit Desinfektionsflüssigkeit fahren und die Schuhsohlen in einer getränkten Fußmatte abstreifen. Man darf auch kein Frischfleisch dabei haben, weshalb wir unsere Steaks in einem Kochtopf versteckt haben. Allerdings werden wir durchgewunken – Aufwand umsonst! Bei Letlhakane befindet sich eine der größten Diamantenminen der Welt. Da wir Banausen dafür aber überhaupt keinen Sinn oder Interesse haben, lassen wir eine mögliche Führung aus und fahren einfach vorbei und direkt ins Camp Tuuthebe, unserem heutigen Übernachtungsort. Hier gibt es tatsächlich einmal richtig gutes Internet, das nutzen wir natürlich aus. Ansonsten ist es nett hier, außer zwei Kronenkranichen gibt es allerdings nix besonderes.

Nun geht es auf der B 300 zu unserem ersten Langzeitziel nach Maun, wo wir fünf Tage bleiben werden. Der allgemeine Tipp, mit dem Tanken nicht bis zum letzten Tropfen zu warten, sondern immer zu tanken, wenn eine Tankstelle in Sicht ist, bewahrheitet sich heute. Auf den gesamten knapp 400 km ist spritmäßig nichts zu holen. Erst an unserem Ziel im Okawango-Delta können wir wieder auffüllen. Dafür sehen wir heute unseren ersten Strauß und die ersten Warzenschweine. Gegen 15 Uhr stehen wir nach einem kleinen Einkauf auf unserem Stellplatz in der Island Safari Lodge direkt am Fluss.

Heute ist Sonntag und auf dem gegenüber am Fluss gelegenen großen und freien Platz tobt das afrikanische Leben: Hunderte Fahrzeuge stehen dort am Wasser, die Türen offen, die Stereoanlagen voll aufgedreht, dazwischen fliegende Händler, Eisverkäufer…Strandleben am Okawango-Delta! Sorgen machen muss man sich trotzdem nicht, denn um 22 Uhr zieht die Armada ab und es ist mucksmäuschenstill.

Nach einem Ruhetag geht es heute um 6 Uhr (!) los. Wir haben einen 12-Stunden-Trip ins Moreno Game Reserve gebucht. Wir werfen uns in die vorbereiteten Safari-Klamotten, also mit „NOBITE“ imprägnierte, langärmlige Hemden und lange, dünne Hosen, Socken, Käppis und warme Jacken, denn morgens ist es auf den offenen Safariwagen reichlich frisch, vor allem, wenn noch eine einstündige, schnelle Anfahrt auf Asphalt nötig ist. Dann aber beginnt Piste mit viel Weichsand und erst nach einer weiteren Stunde „African Massage“ erreichen wir die Gate zum Nationalpark. Hier müssen wir uns anmelden und frühstücken anschließend, bevor es mit „Big Daddy“, so der Name unseres Guides, endlich in den Park geht. Wir sind übrigens allein – reiner Luxus, wenn man Wagen und Guide komplett für sich hat. Bereits auf dem Weg zur Gate haben wir jede Menge Giraffen und Impalas gesehen, außerdem noch verschiedene andere Antilopenarten. Gleich hinter der Gate erwarten uns wieder eine Menge Paviane, anschließend sehen wir außer den Großkatzen eigentlich alles, was es so zu sehen gibt: Elefanten, Strauße, Zebras, Gnus, Kudus, Warzenschweine, Tukane, viele, viele andere Vögel… Auf dem Rückweg, es ist inzwischen schon späterer Nachmittag, sind wir fast die Letzten und das zahlt sich tatsächlich aus: Elefanten und Giraffen auf und direkt neben der Straße und somit fast „in Griffweite“ – uns wird wirklich etwas geboten! Nach 250 km (!) sind wir ziemlich erschlagen um 17.40 Uhr wieder im Camp.

Am nächsten Tag geht es erst um 8 Uhr los. Wieder fährt uns Daddy, allerdings sind wir heute sieben Leute – außer uns zwei französische Paare und eine französische Mutter, die mit ihrer Familie neben uns campt und sich heute eine Auszeit von den Kids nimmt. Nach zwei Stunden erreichen wir die Bootsanlegestelle in Moruta mitten im Okawango-Delta. Man könnte das hier als „Einbaumhafen“ bezeichnen. Rund 20 Einbaumboote, Mokoro genannt, liegen hier für die Touristen bereit. Es geht auf gut einstündigen Bootsfahrten durch Kanäle und Schilfgürtel. Man sieht Hippos, also Flusspferde, außerdem alles, was sich so dort herumtreibt, in unserem Fall Giraffen, Zebras, Ground Hornbills – sehr große Vögel, die gerade noch fliegen können. Man hat einen einstündigen Aufenthalt auf einer Insel und macht dort mit einem Guide einen „Wilderness Walk“. Auf dem Rückweg fahren wir sozusagen noch einmal mitten durch eine Elefantenherde und kurz vor Maun erleben wir Nahrungsbeschaffung auf botsuanisch. In der Nacht waren zwei Kühe totgefahren worden und als wir morgens vorbei fuhren, war die eine Kuh schon enthäutet, die Eingeweide lagen im Staub neben der Straße und alle Beteiligten hatten viel Spaß. Als wir nun die gleiche Stelle passieren, ist von dem Tier nichts, aber auch gar nichts mehr zu sehen!
Nach einem weiteren Erholungs- und Organisationstag (Fotos und Filme auf den Laptop laden, Tagebuch schreiben) geht es nun weiter nach Gweta. Zuerst fahren wir auf der A 3 auf gleicher Strecke rund 80 km zurück. An der Vet-Station kommen wir dieses Mal nicht vorbei- Mit einem strengen Blick aufs Mobil werden wir deutlich gebeten, wirklich alle Schuhe zu desinfizieren. Außerdem wird noch unser „Road Permit“ kontrolliert, das wir an der Grenze erhalten haben. Danach wird es wild: Wir fahren an den Grenzen verschiedener Nationalparks entlang (Malgadikgadi Pan, Nxai Pan) und müssen einige Male für Elefanten und Zebras bremsen (besser ist das!), die kaputte Stellen der Wasserleitung neben der Straße als Tränken nutzen.

Eigentlich hätte das ein gemütlicher Fahrtag sein können, aber immer wieder plötzlich auftretende, große Schlaglöcher machen die Fahrerei anstrengend. Schließlich erreichen wir über eine vier Kilometer lange Gravelpiste unseren Übernachtungsplatz „Planet Baobab“. Man fährt durch das Tor und befindet sich in einem kleinen Paradies. Stellplätze und Chalets befinden sich inmitten einer Gruppe von gut tausend Jahre alten Baobabs (Affenbrotbaum). Das Ganze ist derart liebevoll angelegt und gepflegt – hier könnte man auch gut ein paar Tage Pause machen! Zwei Tukane, wegen ihrer gelben Schnäbel hier auch „Fliegende Bananen“ genannt, sitzen auf der Motorhaube unseres Campers und bearbeiten unsere Windschutzscheibe, daneben ein fetter Baobab, Vögel tröten, singen und zwitschern…das hier ist schon fast surreal schön!

Der nächste Tag beginnt mit rund zehn Kilometer Piste, man scheint neu bauen zu wollen, ist aber wohl noch nicht so richtig dazu gekommen. Danach wird es langweilig, denn es geht durch industriell genutzte Agrarflächen, außer ein paar der Ground Hornbills gibt es nicht viel zu sehen. Schließlich erreichen wir die Chobe Mopani Forest Lodge in der Nähe zur Grenze zu Simbabwe. Campground und Chalets wurden rund um ein großes Wasserloch angelegt. Eine Art Empfangsdame zeigt uns nach einem Glas Baobabsaft als Willkommensdrink das Gelände und entschuldigt sich, dass die Elefanten noch nicht da sind, sie wisse auch nicht, warum die sich heute verspäten würden. Uns war gar nicht klar, dass wir hier wieder Elefanten zu sehen bekommen sollten, außerdem ist es gerade einmal 15 Uhr. Eine Stunde später ändert sich das Bild dramatisch: Gruppe auf Gruppe kommt aus dem Wald (immer so um die 20 bis 30 Tiere), mit allen Größen von Jungtieren und badet und trinkt genüsslich. Die Kleinen spielen ausgelassen, die Teenager „posen“ und plustern sich auf, manche machen groß angelegte Scheinangriffe auf die Lodge, um die wenigen Gäste, die dort einen Drink einnehmen oder am Pool liegen zu erschrecken, denn irgendwelche Zäune oder Barrieren gibt es nicht. Hatten wir noch gedacht, das Schauspiel wäre nach ein bis zwei Stunden vorbei, so müssen wir nun umdenken: Durchgehend bis 23 Uhr nachts erscheint Gruppe auf Gruppe, dazwischen auch mal eine Hyäne oder eine schüchterne Giraffe – es ist unglaublich. Der Manager berichtet von insgesamt 5000 Tieren, mindestens 300 bis 400 davon haben wir heute gesehen!!

Heute fahren wir nur rund 80 Kilometer weiter nach Kasane zur Thebe River Lodge. Hier werden wir für vier Tage bleiben. Zwei Trips haben wir vor: Einen Game Drive in den Chobe Nationalpark und einen Ausflug hinüber nach Simbabwe, um eines der Weltwunder zu sehen: Die Victoria Wasserfälle!
„Game Drive“ bedeutet wieder: Aufstehen um 5 Uhr, Abfahrt um 5.45 Uhr – dieses Mal mit einer Gruppe von sechs italienischen Frauen und einem schüchternen Italiener. Unser Guide „OT“ will uns Löwen zeigen und dafür brettert er mit unglaublichen 80 km/h durch den Weichsand – anschnallen im offenen Wagen ist da absolute Pflicht. Er steht per Funk mit den anderen Guides in Kontakt und so rasen dreißig bis 40 Geländewagen durch die Savanne – umweltfreundlich ist das sicher nicht! Hat aber Erfolg, denn nach einer knappen Stunde haben wir sie, die Löwen. Es wird gefilmt und fotografiert – eine originelle Szene stellt sich uns dank zweier Junglöwen dar, die ausprobieren, ob das in der Nähe schlafende Flusspferd nicht vielleicht tot ist. Sie müssen schnell einsehen, dass sich der Koloss noch bester Gesundheit erfreut und die Könige Afrikas eher noch kleine Prinzen sind.

Neben den ach so wichtigen Löwen sehen wir noch Büffel und endlos viele Impalas (Mc Donalds der Savanne) und als wir wirklich wieder auf Anfassnähe eine Elefantengruppe mit vielen Jungtieren sind und die italienischen Damen einfach nicht den Mund halten können (Gespräche über den richtigen Café Latte etc.), da platzt unserem höflichen Guide endlich der Kragen und er macht den Damen klar, wie gefährlich es ist, in der Nähe von Elefantenmüttern mit kleinen Jungen nicht leise zu sein – eine aggressive Elefantenkuh ist schneller am Wagen als der Guide überhaupt den Motor starten kann!

OT ist so nett und verlängert die Fahrt noch um 45 Minuten, dafür sind wir scheinbar die einzigen, denen das ein Trinkgeld wert ist.
Um 8 Uhr geht es mit einem Fahrer die paar Kilometer zur Grenze nach Simbabwe. Dass wir nicht die einzigen Touristen sind, die zu den berühmten Victoriafällen wollen, wird uns an der Schlange deutlich, die da vor dem Visaschalter steht. Eineinhalb Stunden später sind wir durch (30 $ pro Person) und werden auf der anderen Seite von einem anderen Fahrer in Empfang genommen, der uns die 80 Kilometer zu den Fällen fährt. Hier zahlt man als Europäer noch einmal 50 $ Eintritt in den Nationalpark und kann sich dann stundenlang an 14 Aussichtspunkten der gigantischen Wasserfälle satt sehen.

Von links nach rechts sind das fast zwei Kilometer Wegstrecke, die man zurücklegt, um die Fälle in ganzer Pracht und Herrlichkeit zu erleben. Unser Fahrer ist danach noch so nett und fährt uns zur Grenzbrücke nach Sambia, von der aus man einen entfernteren Blick auf die Fälle und einen ganz nahen Blick auf den Canyon hat, den der Sambesi River hier gegraben hat.

Die Rückfahrt und auch die Grenzübertritte sind dann unproblematisch und schnell. Pünktlich zum Einlaufbier sind wir dann um 16.30 Uhr wieder am Mobil.