Meine Kathrin hat sich nach unserem stadt- und kulturreichen Wintertrip für die nächste Tour „etwas mehr Natur und Ruhe“ gewünscht – oder anders gesagt: Sie möchte wieder einmal nach Schweden, genauer gesagt in den hohen Norden Schwedens. Nichts leichter als das, denn einerseits liegt Schweden für uns Ostholsteiner ja sozusagen „vor der Haustür“, andererseits habe ich absolut nichts gegen einen Schwedentrip einzuwenden. Nun wird das aber nicht unsere erste, sondern eher unsere zehnte Schwedentour und auch in diesem Blog wurde schon mehr als einmal über dieses schöne Land berichtet. Deshalb auch der Titel – wir werden ganz überwiegend nur über Neues oder Veränderungen berichten, die uns in diesem Jahr aufgefallen sind. Besonders neue Strecken zu fahren ist für uns kaum noch möglich, aber ein paar Kilometer Piste und Asphalt sind schon noch dazu gekommen.
Da wir in diesem Jahr ziemlich früh (rund zwei Wochen vor Midsommar) unterwegs sind, konnte ich meiner Frau dann trotz Naturwunsch doch noch einen Abstecher nach Stockholm und Uppsala abtrotzen, denn vor dem Urlaubsbeginn aller Europäer ist dort hoffentlich noch nicht zu viel los und in Stockholm waren wir vor über 20 Jahren, in Uppsala noch gar nicht. Nach zwei Übernachtungen in bereits bekannten Naturreservaten erreichen wir bereits um 12 Uhr den Klubbenborg Camping in Stockholm. Warum? Wir möchten es möglichst stadtnah, denn wir sind gerne mit den Fahrrädern unterwegs, die wir anders als sonst zu diesem Schwedentrip dabei haben. Der stadtnahe Stellplatz ist trotz Vorsaison so etwas von voll und auch dieser niedliche, im Grünen und am See gelegene Campingplatz ist laut vorherigem Anruf voll. Wenn man aber gleich um 12 Uhr anreist, ist die Chance auf einen stromlosen Stellplatz gut, denn es reisen immer Leute plötzlich und ohne Ankündigung ab – so auch in unserem Fall! Kompliziert wird es kurz, als die junge Mitarbeiterin nach Exes Gewicht fragt und ich naiv ehrlich die 4,2 t angebe. Daraufhin wird mir freundlich, aber bestimmt mitgeteilt, die Plätze wären nur bis 3,5 t freigegeben und Ausnahmen wären leider nicht möglich. Zum Glück fällt mir dann aber als Argument ein, dass Exe „im Original“ ja eigentlich ein 3,5-Tonner ist und nur nachträglich aufgelastet wurde. Das hilft und der spätere Rundgang zeigt, dass wir wohl nicht die Einzigen sind, die irgendeine fantasievolle Erklärung gefunden haben, um hinter die Schranke zu gelangen.




Am nächsten Tag geht es dann mit den Rädern in knapp 30 Minuten in die Innenstadt. Ähnlich wie auch schon in Helsinki funktioniert das mit dem Tipp der Rezeption, einfach immer direkt am Wasser entlangzufahren, eher überhaupt nicht. Rund 10 Minuten weniger wären es gewesen, wenn wir nicht dauernd Zwischenstopps hätten machen müssen, um uns auf der Navi-App zu informieren. Dann aber sind wir in der Gamla Stan und parken die Räder auf der Rückseite des Schlosses – Radparkplätze sind in der Innenstadt rar und überfüllt. Von nun an erkunden wir die Stadt zu Fuß. Im Hafen liegt die Gloria, ein Segelschulschiff aus Kolumbien, Dreimaster und über die Toppen beflaggt. Eine leistungsstarke Lautsprecheranlage, südamerikanische Rhythmen, viele Essensstände, Tänzerinnen…ein Militärbesuch der Gorch Fock würde definitiv ein anderes Programm bieten!

In den Straßen tummeln sich entsprechend neben den Touristen auch sehr viele Matrosen (und „Matrosinnen“?). Auch bei der extrem gut besuchten Wachablösung im Innenhof des Schlosses, anlässlich derer auch 15 verdiente Soldatinnen und Soldaten ausgezeichnet werden, steht eine größere Abordnung der Kolumbianer.


Nach einem ausführlichen Stadtbummel


und der Besichtigung der engsten Gasse Stockholms

haben wir genug Stadt geschnuppert und es geht mit den Rädern wieder zurück. Der Versuch, nun aber am Wasser entlangzufahren, geht gründlich schief und wir haben eine nicht zu einfache „Mountainbike-Passage“ zu bewältigen.
Weiter geht es zum Fryshov Camping in Uppsala – den kostenfreien, aber etwas außerhalb gelegenen Stellplatz an den Königsgräbern in Gamla Uppsala lassen wir außen vor, denn wir wollen abends Essen gehen. Weshalb nun sind wir überhaupt hier? Es gibt eine wirklich niedliche Altstadt und ein recht imposantes Schloss.




Aber für uns Naturwissenschaftler ist das echte Highlight das Wohnhaus und der Botanische Garten (der immer noch erhalten und gepflegt wird!) des berühmten schwedischen Botanikers Carl von Linné.

Er hat quasi die Systematik der Pflanzenwelt „erfunden“ – also eine logische Namensgebung, die später auch in der Zoologie verwendet wurde. Wir nehmen bei unserem Spaziergang tatsächlich jedes Beet des Gartens mit und sind nach der Besichtigung des zum Museum umgewandelten Wohnhauses erst nach knapp zwei Stunden wieder draußen. Nach Altstadt und Schloss halten wir dann auf dem Rückweg bei einem indonesischen Restaurant (lecker!) und erreichen danach trocken unser mobiles Zuhause. Am nächsten Morgen geht es dann noch zu den „Königsgräbern“, das sind fünf grasbewachsene Grabhügel, die man „umlaufen“ kann – sensationell ist das nicht, aber wir haben eine Vorstellung gewinnen können, wie die alte Stadt in die umgebende Landschaft eingebettet war.

Nun geht es straight nach Norden – wo es geht, versuchen wir neue Teilstrecken einzubauen, aber das Hauptziel ist, möglichst schnell in den touristenärmeren Norden zu entfliehen. In Östersund waren wir bisher nur in der sehr empfehlenswerten Mercedes-Werkstatt. Nun wollen wir doch auch einmal der Stadt selbst einen Besuch abstatten. Nachdem es immer wieder Ärger mit Mobilisten gegeben hat, die die Parkplätze zwischen Innenstadt und See nicht so genutzt haben, wie es für beide Seiten verträglich wäre (Gebühren geprellt, Abwasser und Fäkalien nicht ordnungsgemäß entsorgt, PKW-Plätze zugeparkt…das ganze Programm eben!), hat man weiter draußen einen nagelneuen Stellplatz eröffnet und den wollen wir heute testen. Die Lage ist für Eisenbahnfans schon einmal sensationell, weil direkt hinter dem alten Ringlokschuppen der Inlandsbahn gelegen, den man aber leider nicht besichtigen kann.



Der Platz selbst ist voll digitalisiert und das macht vielen Mobilisten Probleme, besonders auch, weil die App und deren Nutzung nicht ganz fehlerfrei ist. Man erreicht den Platz, ein Schild fordert auf, den angebrachten QR-Code zu scannen, erwähnt wird jedoch nicht, dass es zwei Codes gibt! Nutzt man den falschen, so erhält man zwar Infos über den Platz, aber keine weiterführende „Klickmöglichkeit“ bezüglich Zugangs- oder Zahlungsmodalitäten. So laufen vor der Schranke schon einmal mehrere Interessenten mit ratlosem Blick herum. Irgendwann entdeckt man dann den richtigen QR-Code und landet auf einer schwedischen Seite. Glücklich entdeckt dann der des Schwedischen Unkundige das Symbol mit dem deutschen Fähnchen, wird aber sofort enttäuscht, da sich auf dem Bildschirm nix ändert. Wer Glück hat (so wie wir), bei dem mischt sich die Smartphone-eigene Übersetzungsapp ein und übernimmt die Arbeit. Ist man erst einmal so weit, geht alles schnell und einfach. Formblatt ausfüllen, per Paypal zahlen, dann kommt ein Zahlencode per SMS und „schon“ ist man drinnen – da ist noch deutlich Luft nach oben! Weitere Kritikpunkte: Es gibt nur eine vollautomatische Kloentsorgung inklusive Reinigung und neu eingefüllter Chemikalien. Die Nutzung ist zwar anders als in Deutschland kostenfrei, was aber ist mit der zunehmenden Zahl von TTT-Eignern? Die müssen nun ihren Flüssigkeitentank ganz altmodisch ins Klo kippen! Und was ist mit denen, die ihr Cassettenklo ohne Chemie betreiben wollen? Frischwasser einfüllen geht auch nur zu zweit. Der fest angeschlossene (!) Schlauch rutscht ohne Unterstützung immer wieder aus der Tanköffnung, die zweite Person muss alle fünf Sekunden aufs Ventil drücken! Trotzdem füllt sich der Platz langsam und ist abends schließlich proppenvoll. Übrigens: Die Stadt selbst ist schon sehr nordisch und interessante Architektur hier eher überbewertet.
Heute begeben wir uns auf eine kleine Rundtour inklusive einem acht Kilometer langen Abschnitt nach Norwegen. Wir verlassen also Östersund in Richtung Norwegen und halten fatalerweise in Järpen am Werksverkauf von Lundhags. Wenn man „ein wenig“ sucht, dann findet man auch wirklich gute Angebote wie z.B. richtig gute Echtleder-Wanderschuhe und wertige Outdoorhosen – etwas Glück muss man natürlich trotzdem haben (Größen!), aber dann sind Einsparungen von 50 %, manchmal sogar 70 %, durchaus möglich. Nach diesem finanziellen Aderlass geht es weiter bis hinter Duved. Hier biegen wir ab auf die 322 und halten für eine Besichtigung mit anschließender Übernachtung am Tännforsen, dem größten Wasserfall Schwedens, den wir bisher noch nie besucht haben. Warum? Keine Ahnung, hat irgendwie nie gepasst. Jedenfalls ist der Wasserfall wirklich einen Besuch wert.



Wir klönen noch ausgiebig mit einer schwedischen Busfahrerin, die eine pubertierende Schulklasse hierher gefahren hat und nun selbst die Fälle besichtigt. Sie empfiehlt uns dringend einen Besuch des Kukkolaforsen an der schwedisch-finnischen Grenze, was wir später dann auch tun.
Eigentlich wollten wir, wenn es denn schon in diese Richtung gehen sollte, zur Linbanan, deren Besuch wir schon etliche Male zwar geplant, aber aus verschiedensten Gründen nie geschafft haben. Auf einer rund 13 Kilometer langen Rundstrecke wurde die Seilbahn früher zum Transport von Eisenerz genutzt und eine Fahrt durch die Natur inklusive Elchsichtung galt als sensationell. Beim Versuch, online Tickets zu ordern, stellen wir nun fest, dass die Seilbahn im Jahr 2021 endgültig verschrottet wurde, da die Restaurierungskosten dieses technischen Denkmals zu hoch waren und kein neuer Betreiber gefunden werden konnte.
Am nächsten Tag geht es auf der 322 weiter bis zur norwegischen Grenze. Hier wechseln wir auf die 72 und fahren sieben Kilometer zurück nach Schweden und dort auf der 336 gut 40 Kilometer auf Piste entlang des Anjon und um den Kallsjön herum bis Kallsedet. Ab hier ist wieder Asphalt und auf einer frisch gemähten Wiese sehen wir später im Vorbeifahren eine ganze Gruppe Kraniche. Nun geht es wieder nach Järpen und hier schließt sich der Kreis. Wir fahren weiter zum Wanderparkplatz des Glösa Älgriket

und besichtigen dort die 4000 Jahre alten Steinzeichnungen, das dortige Museum ist leider noch geschlossen und öffnet erst eine Woche nach Midsommar.





Wir übernachten auf dem Wanderparkplatz, bevor wir am nächsten Tag nach Strömsund fahren. Dort sehen wir zum ersten Mal einen anderen EX 366 auf einem Parkplatz, leider zu spät, um zu halten und zu klönen. Das holen wir dann einen Tag später auf dem Stellplatz von Gubbhögen nach, als der besagte EX 366 plötzlich dort auftaucht. Es stellt sich heraus, dass der Fahrer sogar unseren Blog kennt. Er möchte allerdings weiter nach Norden, während wir für ein paar Tage bleiben wollen, denn es „droht“ das Feierwochenende der Schweden schlechthin, also Midsommar, und da wollen wir nicht stören!

Wir machen stattdessen eine schöne Radtour um den halben See

nach Siljeåsen und treffen dabei auf eine höchste originelle (und alte) Sägemühle. Ursprünglich mit Wasser betrieben, hat man nun ein komplettes Volvo-Chassis inklusive Motor, Getriebe und Antriebswelle angeflanscht. Gekoppelt wird über zwei Autoräder und über Reibung – genial!





Uns fällt jetzt schon auf, wie wenige Vögel unterwegs sind – Kathrin ist schon glücklich, als sie in der Nacht Sterntaucher rufen hört, aber insgesamt, ob an Land, in der Luft oder auf dem Wasser: Nicht viel los! Ein paar Tage später fahren wir weiter. Nach einem Zwischenstopp beim Rentierschlachter in Arvidsjaur,

bei dem wir uns mit Ren- und Elchfleisch für die nächsten Grillabende eindecken, entschwinden wir für eine gute Woche in die Wildnis am Troll- und Storforsen.









Hier planen wir auch die weitere Strecke zum Kukkaloforsen. Der befindet sich am Grenzfluss „Torne Älv“ zwischen Schweden und Finnland, kurz vor Haparanda. Vorher wollen wir aber noch nach Pajala, auch am Torne Älv gelegen und Schauplatz des Romans (und später auch Films) „Populärmusik aus Vittula“, den wir in jungen Jahren verschlungen haben. Die dort geschilderte Atmosphäre wollen wir gerne noch einmal „einatmen“. Natürlich ist seit den 70-ern viel passiert, aber das Nichtvorhandensein von Abwechslung kann man trotz Neubausiedlungen, Supermärkten, Tankstellen etc. schon noch spüren. Neben dem Geburts- und Wohnhaus des Autors Mikael Niemi gibt es als Sehenswürdigkeit noch die größte Sonnenuhr der Welt, die wir natürlich auch besichtigen.

Am nächsten Tag geht es dann immer am Grenzfluss entlang nach Süden zum Kukkolaforsen.



Hier gibt es direkt an den eindrucksvollen Stromschnellen ein Hotel, einen Campingplatz, ein Museum





und ein Café mit angeschlossenem Fischverkauf, denn neben dem Naturschauspiel ist die Besonderheit dieses Platzes die hundert Jahre alte Fangmethode, mit der die hiesigen Weißfische aus dem Wasser geholt werden: Aus dem Boot oder aber viel spektakulärer von selbstgebauten, langen Laufstegen aus wird mit großen Keschern mit (!) der Strömung gefischt.



Die Weißfische müssen wie überall auf der Welt bei Salmen üblich gegen den Strom die Schnellen hinauf, um ihre Laichgründe zu erreichen. Da das sehr anstrengend ist, suchen sie Kuhlen zwischen den Felsen auf, um sich darin kurz zu erholen und genau diese Stellen kennen die Fischer. Die Gegend ist bei schwedischen Urlaubern beliebt und so ist der Campingplatz nicht ganz billig. Da im Moment nicht viel los ist, bekommen wir einen der vier „Logenplätze“ direkt am Wasser zum gleichen Preis wie die regulären Plätze weiter hinten. Von hier aus dürfen wir zusehen, wie – und das ist schon ziemlich eindrucksvoll! – vier bis fünf Männer einen der Fischerstege nur mit Körperkraft in die Stromschnellen hinein bauen, denn das muss wegen des Eises im Winter in jedem Jahr wieder aufs Neue gemacht werden und ist ziemlich anstrengend. Am Ende ragt so ein Steg mindestens 50 Meter in den Strom hinein, pro Tag schaffen die Erbauer maximal 10 Meter – alle Achtung vor der Leistung!







Abends besuchen wir das wirklich exzellente Restaurant mit direktem Blick auf die Stromschnellen und erleben hautnah mit, wie tückisch es ist, hier zu fischen. Ein einheimischer Finne, also von der „anderen Seite“ ist mit seinem Boot oberhalb der Schnellen unterwegs, als der Motor ausfällt. Wir sehen ihn, genau wie andere Gäste auch, in den Stromschnellen verschwinden. Zu Beginn denkt man noch: „Respekt, der kennt sich aus – hier mit einem alten, großen Holzboot das Wildwasser abzureiten!“, doch dann ist plötzlich das Boot weg und man sieht ihn (zum Glück mit Rettungsweste!) die Stromschnellen hinabgleiten und dann ist auch er plötzlich weg. Dann geht alles sehr schnell: Wir sehen einen Mann, der mit Handy am Ohr flussabwärts läuft. Meine Kathrin läuft zusammen mit dem „Chefbauer“ des Fischstegs hinterher. Wenige Minuten später sieht man auf finnischer Seite einen Rettungswagen der Feuerwehr mit Blaulicht und wieder kurz darauf gibt es bereits Entwarnung. Der Mann ist bekannt und bereits am Ufer. Er ist Major bei der finnischen Armee, topfit und außerdem ist es nicht das erste Mal, dass er in „Seenot“ gerät. Schmunzelnd erzählt der Chef des Bautrupps, dass er vor ein paar Jahren schon einmal auf einem Felsen „gestrandet“ ist und vier Stunden ausharren musste, bis man ihn von dort retten konnte. Schon am nächsten Tag besichtigt er ein Boot, das direkt neben unserem Stellplatz lagert und einen Tag später beginnt er, es mit Bootslack auf neue Einsätze vorzubereiten. Das alte Boot hat das Rafting wohl nicht so gut überstanden.
Von nun an geht es ohne Hektik zurück, wir haben rund 2500 km vor uns und müssen in einer Woche auf Fehmarn sein, denn dann findet dort das Ostsee-Camp der Zeitschrift „Explorer“ statt, zu der wir uns angemeldet haben. Wir planen erneut einen Zwischenstopp in Orsa ein. Nicht, dass die Stadt oder der Wohnmobilstellplatz des dortigen Campingplatzes sehr attraktiv wären, aber das neben dem Platz liegende Restaurant „Brasserie Udden“ war jedes Mal einen Besuch wert – wirklich gute Küche! Nun doppelte Enttäuschung: Der Campingplatz gehört jetzt einer Kette an, ist extrem teuer geworden und einen Stellplatz ohne Strom (der allein kostet 8 €!) gibt es nicht mehr. Die Plätze im Restaurant haben wir schon online gebucht, denn bisher war es dort immer proppenvoll. Dieses Mal wundern wir uns, denn es ist kaum jemand da, außerdem gibt es nur Essen vom Buffet, eine Karte gibt es nur noch für Getränke. Wir zeigen unsere Enttäuschung und man erklärt uns, dass das Restaurant verkauft wurde, man gerade mit einer komplett neuen Mannschaft wieder beginnt und der neue Besitzer die Speisekarte noch nicht genehmigt hätte. Der Küchenchef gibt sich allerdings jede Mühe: Er kommt zu uns an den Tisch, erklärt, was er zur Verfügung hat und was er für uns kochen könnte. So bekommen wir zwar ein leckeres Essen nach lokalem Rezept, aber insgesamt haben wir doch das Gefühl, dass der ehemalige Anspruch wohl nicht mehr das Ziel des neuen Eigentümers ist – schade!
In Fehmarn angekommen, besuchen wir noch für vier Tage das Sommer-Camp der Allradcamper-Zeitschrift „Explorer“, die gleichzeitig in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns in diesem Jahr zur Teilnahme entschlossen haben, denn wir wollen zwar nicht mehr selbst ausbauen (dieses „Hobby“ haben wir bereits vor vielen Jahren aufgegeben!), sind aber trotzdem neugierig, was dort an Workshops angeboten wird, ob es viel Neues gibt, welche Fahrzeuge und welches Publikum wir dort wohl antreffen. Kurz gesagt: Nett war es, Respekt vor dem Herausgeber Martin Kreplin, der fast alle Workshops im Alleingang und trotzdem kompetent durchführt.






Das abendliche „Grilldinner“ war lecker, das Wetter eher durchwachsen norddeutsch, aber okay. Was ist uns eher negativ aufgefallen? Wie in diesem Blog schon öfter als gewünscht angemerkt: Es geht viel um Technik und Show, eine Reihe von Autos könnten zu einer Weltumrundung ohne jede Straßennutzung antreten. Fragt man aber nach, wohin es denn gehen soll, so sind mehrwöchige Ausflüge in die Wüste schon die Ausnahme. Das Reisen und Gespräche darüber bilden die große Ausnahme und einer derjenigen, die der Allgemeinheit ihr wirklich großartiges Fahrzeug vorstellen, bringt es auf den Punkt: Dieses Auto ist mein Hobby! Und ein anderer fragt im Technik-Talk, ob jemand eine Lösung hätte, wie er sein Fahrzeug „Ehefrau kompatibel“ gestalten könnte, weil diese einfach nicht in den Wagen einsteigen will. Entsprechend zurückhaltend waren denn auch die Themen der beiden gezeigten Reisefilme. Fazit: Gut, das alles mal gesehen zu haben, aber einmal reicht! Während viele Teilnehmer noch eine weite Rückreise vor sich haben, dauert die bei uns gerade mal eine Stunde und wir sind wieder zuhause.