Die Tage in Khovd sind gut genutzt: Wäsche waschen (bei einer Luftfeuchte unter 15 % und leichtem Wind ist die nach zwei Stunden bereits wieder verstaut!), Tour weiter planen (Marvin kann helfen und hat gute Tipps!), Bargeld und Internet auffrischen sowie Sightseeing in der Stadt.



Auf das Museum verzichten wir, denn es sieht genau so aus wie das in Ulaangom: Mongolische Trachten und Geschichte des Landes inklusive Verehrung der Pioniere der sowjetischen Zeit. Außerdem treffen wir noch eine Alleinreisende, die mit ihrem Peugeot Boxer seit zwei Jahren hier in Zentralasien unterwegs ist – traut sich auch nicht Jede!

Am letzten Abend bekommen wir plötzlich eine WhatsApp von Marvin aufs Handy – im Vorlauf zu den Naadam Spielen findet gleich ein Ringkampf-Wettbewerb unten an der ersten Brücke statt – ob wir Interesse hätten? Haben wir und so sind wir bereits ein paar Minuten später auf dem Platz an Fluss und Stadtrand,

als einzige Langnasen, und dürfen absolut tourismusfrei mongolischen Ringkampf hautnah miterleben – wow!



Marvin hat dann noch einen weiteren Tipp, auf den wir allerdings bis zum nächsten Morgen warten müssen, denn er kommt von der mongolischen Verwandtschaft: Wir möchten nämlich gern ein echtes, also ländliches Naadam Fest sehen und erleben.
Kurze Erklärung: Naadam ist das höchste nationale Fest der Mongolei – so etwas ähnliches wie die Olympischen Spiele, allerdings gibt es nur drei Sportarten: Ringkampf, Bogenschießen und Reiten mit Kinderjockeys, die jünger als acht Jahre sein müssen. Das Fest ist allerdings viel mehr als ein Sport Event, es vereinigt Nationalstolz, Tradition, Gemeinschaftsgefühl und ist natürlich außerdem eine Riesenparty! In UB findet der Naadam vom 11. bis zum 13. Juli statt, als nationale Feiertage gelten die Tage vom 11. bis zum 15. Juli.
Zurück: Das hindert die freiheitsliebenden Mongolen auf dem Land aber nicht, ihren Naadam willkürlich auch an anderen Tagen zu zelebrieren. Wann das ist, kann man aber als Fremder nicht so einfach erfahren, denn örtliche Terminkalender hält man nicht für erforderlich – die Dorfgemeinschaft weiß das auch so! Marvin informiert uns nun, dass in Darvi, was auf unserer Strecke liegt (!), am 8. und 9. Juli gefeiert wird. Dafür sind wir etwas zu früh dran, aber er hat auch noch einen Tipp für einen Zwischenhalt am Dorgon Nuur, einem tollen, wie fast immer einsamen See, an dem er selbst oft ein paar Tage verbringt.

Also steht die Planung der nächsten Woche und wir verlassen Khovd in Richtung Süden. Einen weiteren Besichtigungsstopp haben wir eigentlich noch auf der Liste: Die Höhlen von Zenchelin Agui (Agui heißt Höhle) liegen angeblich direkt an der Strecke, kurz hinter Mankhan. Die Straße ist bis dorthin weiterhin erstklassig, dann soll es wieder einmal auf rund 26 km Piste (so viel zu „direkt“) zu der Sehenswürdigkeit gehen, die auch noch alte Felszeichnungen bereit hält. Maps.me zeigt uns, wo wir ungefähr abbiegen sollen und 10 km später stehen wir wieder einmal vor einem unüberwindbaren Abgrund. Wieder umsonst gefahren, also zurück zum Asphalt. Hier ändert sich dank des Klimas und der harten Winter alles so schnell. Später finden wir den richtigen Zubringer. Der liegt jetzt etliche Kilometer davor und führt immer direkt am Fluss entlang in einem Tal (zu dem wir ja nicht runter kamen!) zum Ziel. Das wären jetzt hin und zurück noch einmal mehr als 50 km Offroad, dazu haben wir jetzt keine Lust mehr, denn zum schönen Dorgon Nuur geht es ja auch nicht auf der Autobahn. Dank Marvin wissen wir allerdings, dass ein Teil der Strecke dorthin gerade nagelneu asphaltiert wurde – immerhin 53 km weit zum Ort Chandmani.

Hier, ziemlich abgelegen in der Steppe, tanken wir noch einmal per Karte (!) voll und dann geht es dieses Mal ohne GPS (!) gut 50 km auf teilweise guter, teilweise mieser Piste in 11/2 Stunden zum Dorgon Nuur.
Wieder einmal ein Einschub: Im Explorer haben wir gelesen, wie Straßenqualitäten bezeichnet werden: „Offroad“ heißt, da ist nix vorhanden. Dann entstehen “Spuren“, also wird sichtbar, dass dort öfter Fahrzeuge entlang fahren. Werden diese Spuren per Material, Grader oder Walze befestigt, so spricht man von „Piste“. Wird diese dann asphaltiert, na ja – dann ist das eben eine „Straße“. Demnach sind alle Wege, die nicht asphaltiert sind, in der Mongolei nur „Spuren“!

Es gibt hier keinerlei Wegeunterhaltung: Ist eine Spur zu schlecht, wird daneben eine neue aufgemacht – so kommt es eben zu den typischen „Harfen“, an denen man hier viel befahrene Strecken erkennt!
Heute können wir den schönen See noch nicht genießen, denn es nieselt den ganzen Rest des Tages. So gibt es Würstchen mit Nudeln und eingelegtem Salat sowie den anschließenden „Trostwodka“ im Fahrerhaus und natürlich: Kaum haben wir im Regen das Dachzelt aufgebaut, hört das Getröpfel endlich auf!

Nachts um 2 Uhr werden wir dann durch Frauen- und Kinderstimmen geweckt. Ähh: Wir stehen an einem riesigen See, auf der gegenüberliegenden Seite große Dünenfelder, hier ist nix, absolut nix. Das nächste Ger ist gut 5 km entfernt…wer sieht sich da genötigt, direkt neben uns und mitten in der Nacht sein Zelt aufzubauen!?

Beim Aufstehen am nächsten Morgen klärt sich das dann auf: Zwei ziemlich verrückte Frauen mit ihren vier Kindern: Uka und Shinee wollten von Darvi, also von dort, wo wir hin wollen, auf typisch mongolische Weise (wir fahren direkt!) zu unserem See. Dabei haben sie die Entfernung unterschätzt, sind in die Dunkelheit geraten, haben sich verfahren und sind mitten durch die Berge (der Heckspoiler liegt schon im Kofferraum!) bis hierher gekurvt. Na ja, da war es 2 Uhr und sie waren dankbar, dass sie uns und unser Dachzelt gesehen haben und so wenigstens wussten, dass man hier sein Zelt aufbauen kann. Von nun an ist Leben in der Bude. Wir werden kurz gefragt, ob wir Wasser haben (ist ihnen bei der Teufelstour nämlich auch ausgegangen). Nun wird unser Tisch besetzt, wir sind nun ungefragt Teil der Familie und bekommen erst einmal einen Beutel voll mit Ziegen-Trockenfleisch geschenkt – das gilt hier als Delikatesse.


Der Rest wandert in einen Riesenkochtopf und muss länger als eine Stunde weich gekocht werden. Dann kommen verschiedene Gewürze, getrocknete Frühlingszwiebeln und kurz vor Ende eine Riesenportion mongolische Nudeln hinzu. Während der Kochzeit gibt es weitere Infos: Sie kommen aus UB und machen zur Zeit eine Woche Urlaub im Lexus PKW (mit sechs Personen!). Uka ist Managerin in einem Resort – deshalb kann sie wie ihre Freundin ein wenig Englisch. Die älteste Tochter Uranbileg sieht nicht nur sehr smart aus, sie ist es auch. Nicht nur, dass sie bei weitem besser Englisch kann, ihr Lieblingsfach ist Mathe und so erkennt sie als Erste überhaupt (!) mein T-Shirt Design, auf dem die Kreiszahl Pi die Hauptrolle spielt. Um uns herum herrscht Offenheit und Lebensfreude pur! Kein Anzeichen von Erschöpfung nach der Tour, die der ganze Trupp hinter sich hat – ich glaube, wir werden alt!?
Nach dem leckeren „Spätstück“ wollen Alle ans Wasser und wir müssen natürlich mit. Doch zu unserem Erstaunen brezeln sich die vier Frauen erst einmal auf. Alle tragen gelbe Kleidung. Die beiden Jungen ziehen Gummistiefel an. Wie die Kinder tobt die ganze Familie im und am Wasser und dann beginnt (echt wahr!) eine einstündige Fotografier- und Selfieorgie! Es wird gepost wie blöd, wir können nur staunen!


Ganz nebenbei (das interessiert außer uns auch niemanden) sehen wir noch Wüsten-Agamen und einen Rotschenkel. Auf dem Rückweg gibt es noch einmal einen Überfall dieser weißen Fliegen, die wir zu Milliarden schon einmal am Ögii Nuur hatten, allerdings nur auf zwanzig Metern, dann ist alles wieder vorbei. Nun wird noch einmal eine Stunde gepackt. Kathrin hilft beim Zeltabbau, das ist nämlich nagelneu und wurde heute Nacht zum ersten Mal aufgebaut! Kurz nach Mittag fährt dann die Rasselbande, konservendosenmäßig verstaut, weiter nach Khovd.

Plötzlich ist Ruhe und wir erholen uns erstmal von diesem netten Überfall. Der Tag endet mit einem Privatgewitter: Sturmböen, Starkregen, Blitz und Donner, aber ringsum blauer Himmel und die ganze Zeit über scheint die Sonne. Schaut man nach oben, so steht wirklich eine kleine, schwarze Wolke direkt über uns und wettert!
Am nächsten Morgen haben wir wieder Besuch, dieses Mal von einem alten Nomaden auf einem Motorrad. Er hält an, stellt die Maschine ab und kommt zu uns, sagt aber nichts, guckt nur, grüßt auch nicht und ist nach ein paar Minuten wieder weg. Später treiben Vater und Sohn eine große Schaf- und Ziegenherde an uns vorbei – mit Hupen, Winken und „Daumenhochgeste“. Einige Zeit später stellen wir fest, dass einer kleinen Jungziege das Tempo entweder zu hoch war oder sie sich verspielt hat. Jedenfalls ist sie der Meinung, wir wären jetzt Ersatzherde und gesellt sich zu uns. Wir müssen sie ein wenig auf Abstand halten, aber insgesamt macht sie auf uns keinen so guten Eindruck, denn sie bewegt sich fast gar nicht und wir haben die Befürchtung, dass sie vielleicht krank ist und hoffentlich doch nicht bei uns ihr junges Leben aushauchen könnte? Kathrin stellt ihr abends noch etwas zu trinken hin, sie zeigt aber auch da keine Reaktion. Um 22 Uhr machen wir das Licht aus, wenige Minuten später hören wir die Ziege unterm Auto. Na gut, hat sie Schutz und fühlt sich sicher. Eine Viertelstunde später schreit sie ganz erbärmlich und macht eine Menge Gepolter. Also wieder aufstehen, Taschenlampe an, man glaubt es nicht: Das Tier hat sich mit dem Gehörn zwischen Differenzial, Reserverad und Auspuff verkeilt! Wie kriegen wir die Ziege denn da wieder raus? Es dauert etwas, aber Kathrin dirigiert mit dem Stock, ich kriege das Tierchen an den Hinterbeinen zu fassen (schließlich kommt man ja vom Land!) und dann ist das Zicklein wieder frei. Kathrin verjagt sie dann doch ein ganzes Stück vom Auto weg und da bleibt sie nach dem Schreck scheinbar auch ganz gerne. Wir sichern die hintere Partie des Wagens trotzdem noch mit quergestelltem Tisch und den Stühlen. Dabei schrecken wir noch eine Wüstenrennmaus auf. Gegen 23 Uhr ist die Aktion dann beendet.
Am nächsten Morgen gibt es dann ein Happy End: Die Herde kommt auf ihrem Rückweg wieder bei uns vorbei und die kleine Ziege hat wieder eine Heimat! Nach einem leckeren Frühstück geht es wieder zurück zum guten Asphalt der A0304 und auf der fahren wir nun weiter nach Osten. Am ersten Parkplatz entsorgen wir unseren angesammelten Müll – apropos: Das ist hier noch ein echtes Problem! Es gibt in den Ortschaften wie auf ausgesuchten Parkplätzen große Gitterkörbe. Wenn die voll (oder eher übervoll!) sind, kommt Jemand und zündet den Müll an. Kurz darauf werden wir in Zereg zum ersten Mal von der Polizei angehalten. Wir warten gespannt darauf, was wir falsch gemacht haben. Der junge Mann zückt sein Handy und seine Übersetzer-App: „Wie geht es euch? Wo wollt ihr hin?“ Er wünscht uns noch einen guten Tag und eine gute Weiterfahrt und das war’s – niedlich!
Gegen 14 Uhr erreichen wir unser Ziel Darvi und kurz vorm Ortsausgang werden wir fündig: Für 20000 T können wir neben einigen Hütten stehen, Dusche und Klobenutzung inklusive. Neben den Hütten gibt es noch einige Familien Gers, einen Supermarkt und ein Restaurant. Wir stellen unsere Stühle in den Windschatten vom Champ…der Wind ist heute schon extrem und in den nächsten Tagen soll es auch so bleiben. Das bedeutet: Unruhige Nächte! Nachdem wir so richtig durchgepustet wurden, entscheiden wir uns um und mieten uns für vier Tage die Hütte neben uns. Die ist mit 80000 T (weniger als 20 €) auch nicht teuer und garantiert ruhigen Schlaf.

Zum Abendessen gibt es Rippchen und Geschnetzeltes mit einem kalten Bier für umgerechnet 11 € . Nachts sorge ich für den Aufreger der Tour, denn der beschäftigt uns bis zum Ende der Reise: Ich muss mal raus und stolpere über einen großen Ytong-Stein, der als „Parkverhinderer“ zwischen den Hütten liegt. Die tiefe Schürfwunde reicht von der Mitte des Schienbeins bis fast zu den Zehen und muss von nun an täglich versorgt werden, was „Schwester Kathrin“ dann mit Antibiotikumsalbe und ausreichend Verbandmaterial auch liebevoll tut.
Nach einem Ruhe-, Blog- und Bürotag kommt nun der 8 Juli, also der Beginn des Naadams. Warteten wir gestern noch vergeblich auf irgendwelche Anzeichen der Vorbereitung, so sieht das heute Morgen schon anders aus: Über Nacht ist neben dem Stadion (ja, ein kleines, aber immerhin!)

eine Zeltstadt entstanden (der Markt!) vom Stadion her ertönt laute Musik, überall fahren aufgeregt Pferdetransporter (kleine Lieferwagen mit Pritsche, auf denen quer bis zu fünf Pferde passen)

und natürlich jede Menge Prius durch die Landschaft. Am Zieleinlauf ist schon eine Menge los, dort gehen wir zuerst hin. Hier werden die jungen Jockeys mit ihren Pferden registriert, bevor sie dann mehr als vier Kilometer hinaus in die Steppe reiten – begleitet von der Familie per Prius, denn der Kurs verläuft in Straßennähe, damit die ganze Verwandtschaft vom Auto aus anfeuern kann.

Die es sich leisten können, bringen das Rennpferd entweder ohne Reiter oder gleich mit dem Auto zum Start, damit das Tier auch frisch ist.

Dann warten wir, bis irgendwann auf der Straße ein Polizeiwagen mit Blaulicht erkennbar wird, gefolgt von einem Riesenkonvoi an PKW – natürlich hupend und mit viel Gejohle. Auf der Piste sieht man zuerst ein Motorrad mit mongolischer Fahne, der Fahrer gibt die Richtung vor, so dass sich von den Kindern auch niemand „verreitet“. Dann geht alles ziemlich schnell: Nach Überquerung der Ziellinie werden Pferd und Reiter von Mitgliedern der Familie „eingefangen“ – die jungen Helden werden geherzt, die Pferde zum Abkühlen langsam im Kreis geführt und dabei trocken gerieben.


Von angeblicher „Pferdequälerei“ und „Kinderarbeit“ keine Spur. Das hier ist ein Familienfest, alle kennen sich, man hilft sich gegenseitig und gratuliert einander. Klar, das ist auch anstrengend und gehört hier zur jugendlichen Reifung und dem Erwachsenwerden dazu – trotzdem entwickelt hier kein Kind ein Trauma, weil es nicht gewonnen, obgleich es sich angestrengt hat.
Danach wandern alle ins Stadion, denn nun wird der Naadam feierlich eröffnet – mit allem Pipapo, also Reden, Absingen der Nationalhymne, Tanzbeiträgen der örtlichen Schule und Pferdekopfgeigenmusik. Alles schön unaufgeregt, ländlich und nix Aufgesetztes – so wollten wir es haben!

Nach einer Mittagspause begeben wir uns zum zweiten Mal aufs Festgelände. Jetzt halten wir zuerst bei den Bogenschützen. Hier ist es, anders als bei den Reitern, komplett still, also volle Konzentration. Wir haben zwar von diesem Sport keine Ahnung, aber mit traditionellen Bögen und Pfeilen auf kleine, am Boden liegende Körbe von nur wenigen Zentimetern Höhe zu schießen, die sich in 75 m Entfernung befinden…und fast jedes Mal zu treffen – alle Achtung!

Nachdem wir uns auf dem Markt mit Schaschlik gestärkt haben (Achtung: Zahlung online per Kreditkarte, das geht bei uns nicht einmal auf dem Hamburger Dom!),

begeben wir uns nun ins Stadion zu den Ringkämpfern. Auffallend ist hier, wie man sich um den Nachwuchs bemüht. Wer noch kein Geld hat, um sich die traditionelle Kampfmontur zuzulegen, darf auch in Zivil kämpfen. Wirklich toll ist, wie die Schiedsrichter reagieren. Sie halten während des Kampfes normalerweise die zur Montur gehörenden Hüte. Der Verlierer bekommt seinen Hut nach dem Kampf in die Hand gedrückt, der Gewinner bekommt ihn aufgesetzt. Hat der Ringer nur ein Käppi, so wird damit genauso umgegangen und der Sieger bekommt sein Käppi aufgesetzt – kein Lachen aus dem Publikum, reine Ehrerbietung vom Schiedsrichter…so sieht wahrer Sportsgeist aus!

Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch zwei absolut frische Huschuur (Zahlung wieder per Kreditkarte!) und dann fallen wir auch erschöpft ins Bett.

Am nächsten Tag geht es hauptsächlich noch ums Reiten. Da wir nun wissen, wie der Hase läuft, sucht sich Kathrin schon vorher die besten Positionen fürs Filmen aus. Man glaubt es nicht, aber als einzige Langnasen (außer eines gestrigen Kurzbesuchs einer „Gruppen-Buchanka-Einheit“) sind wir inzwischen schon ein wenig bekannt und werden öfter gegrüßt. Mit uns wartet eine junge Reiterclique auf die ersten Pferde und bittet um das Fernglas….familiär hier!

Am frühen Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg – die Abschlussfeier mit der Siegerehrung schenken wir uns, denn wir verstehen ja sowieso kein Wort, außerdem dräut ein etwas heftigeres Gewitter. Unterwegs hält uns noch eine Priusfamilie mit ihren vier Kindern an, die uns schon seit geraumer Zeit im Schritttempo folgt: Fotos müssen geschossen werden, so etwas wie uns gibt es wohl nicht jeden Tag!

Gerade noch rechtzeitig kommen wir an unserer Hütte an, dann geht das Gewitter los und für die nächste Stunde kommen wir auch nicht mehr raus.

Während des Essens (für mich zum 5. Mal Tsuivan – langsam kenne ich das Gericht!) geht ein kleines Unwetter über Darvi runter (schrieb ich nicht schon mal: Wenn es in der Mongolei regnet, dann regnet es !)- gut, dass wir uns die Abschlussfeier geschenkt haben! Übrigens: Zwischen uns und dem Festgelände gibt es einen richtigen Vergnügungspark mit kleinem Riesenrad, Schiffsschaukel und Kettenkarussel.

Wir haben uns die ganze Zeit gefragt, weshalb der Park während des größten Nationalfestes der Mongolei geschlossen ist – heute ist er offen und bleibt es auch bis weit nach Mitternacht. Kurz vorm Zubettgehen bebt dann noch einmal die Erde: Ein Konvoi von 10 großen Minen-LKW hält über Nacht neben uns auf dem großen Parkplatz – die Motoren der Riesenteile bringen wirklich die Luft zum Vibrieren.
